Von Stetten holt absolute Mehrheit der Erststimmen

Hohenlohe  Christian von Stetten hat seinen Teil zum landesweiten Aufschwung der CDU beigetragen, die FDP ist nur noch vierte politische Kraft im Wahlkreis 268 Schwäbisch Hall-Hohenlohe, SPD und Grüne bewegen sich voll im Landestrend, die AfD liegt denkbar knapp unter der Fünf-Prozent-Marke, aber noch vor der Linken.

Von Peter Hohl

Von Stetten holt absolute Mehrheit der Erststimmen

Bei der Bundestagswahl 2009 stieg die FDP im Wahlkreis 268 noch ein Stückchen höher als im Bundes- und Landesschnitt und wurde mit 18,9 Prozent der Zweitstimmen zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Umso tiefer war der Absturz am gestrigen Sonntag:

Die Liberalen zwischen Bretzfeld und Crailsheim kommen gerade mal auf 6,6 Prozent der Zweitstimmen. Ihr Wahlkreiskandidat Stephen Brauer erhielt 3,9 Prozent der Erststimmen - nach 13,1 Prozent vor vier Jahren. Einziger Trost: Die Hohenloher FDP fiel nicht ganz so tief wie die Liberalen insgesamt in ihrem Stammland (von 18,8 auf 6,1 Prozent).

Absolute Mehrheit

Die verlorenen 12,3 Prozent sind, so könnte man auf den ersten Blick meinen, nahezu vollständig auf dem Zweitstimmenkonto der CDU gelandet. Die hat nämlich 46,6 Prozent erreicht, nach lediglich 34,8 Prozent vor vier Jahren. Direktkandidat Christian von Stetten hat bei den Erststimmen gar eine absolute Mehrheit eingefahren: 52,3 Prozent. In einem Wahlkreis mit drei Bundestagsabgeordneten ist dies ein sehr deutliches Ergebnis.

Dabei hat die Sozialdemokratin Annette Sawade sogar ein bisschen an Wählerstimmen zugelegt seit ihrer ersten Kandidatur vor vier Jahren: bei den Erststimmen um 2,3 auf 22,9 Prozent und bei den Zweitstimmen um 1,6 auf 20,0 Prozent. Der Zuwachs ist allerdings, wie bei der gesamten baden-württembergischen SPD, gering. Und er basiert auf dem historisch schlechten Ergebnis der Wahl von 2009.

Von Stetten holt absolute Mehrheit der Erststimmen

Um halb acht gratulierte Landrat Dr. Matthias Neth (links) Harald Ebner zum engagierten Wahlkampf. Ob"s für den grünen Kandidaten gereicht hat, war da fraglich.

Harald Ebner hat, wie die Grünen insgesamt, Stimmenanteile verloren: bei den Erststimmen um 2,0 auf 10,0 und bei den Zweitstimmen um 3,1 auf 10,0 Prozent. Der Wahlabend wurde für ihn durch das schlechte Ergebnis der Gesamtpartei zur Zitterpartie. Der vermeintlich sichere Listenplatz geriet in Gefahr.

Die Linke war in Hohenlohe offenkundig nur kurzfristig parlamentsfähig: 2009 übersprang die Partei hier deutlich die Fünf-Prozent-Hürde und landete bei 7,2 Prozent der Zweitstimmen. Nun rutschte sie mit 4,8 Prozent wieder zurück in die (relative) politische Bedeutungslosigkeit.

Knapp verpasst

Den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde hat die AfD im Wahlkreis 268 nur knapp verpasst: Das Ergebnis aus dem Künzelsauer Landratsamt weist exakt 4,99 Prozent der Zweitstimmen aus. Dabei hatte die Anti-Euro-Rettungsschirm-Partei keinen eigenen Kandidaten im Wahlkreis aufgestellt und war erst am Ende des Wahlkampfes auf den Straßen präsent.

Mit eigenen Kandidaten waren Piraten, ÖDP und NPD im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe ins Rennen gegangen. Geholfen hat dies offenkundig nur der ÖDP, die gegenüber 2009 leicht auf 0,8 Prozent zugelegt hat. Piraten und NPD hingegen haben Prozentanteile verloren, ebenso übrigens wie Republikaner und Bibeltreue Christen.

Die Wahlbeteiligung liegt mit 70,6 um 1,4 Prozentpunkte über derjenigen der vergangenen Bundestagswahl. Das ist immer noch weit entfernt von früheren Jahrzehnten.

 

PDF-Datei: Ergebnisse SHA-Hohenlohe Dateigröße: 173.18 KBytes. Datum: 23.09.2013