Ergebnis im Wahlkreis 266 Neckar-Zaber




    Eberhard Gienger (CDU) holt das Direktmandat, Harald Leibrecht (FDP) kommt über die Landesliste in den Bundestag. Die FDP wird beim Zweitstimmenergebnis zweitstärkste Kraft im Wahlkreis. CDU und SPD verlieren Stimmen. Die SPD muss drastische Einbußen hinnehmen, Grüne und Linke legen jeweils zu. 

    Ergebnis Erststimmen (in Prozent): Eberhard Gienger CDU 42,1; Thorsten Majer SPD 23,5; Harald Leibrecht FPD 14,7, Andreas Roll Grüne, 11,1; Walter Kubach Die Linke 5,5 Prozent

    Zweitstimmen: CDU 33,0, SPD 20,0, FDP 20,6, Grüne 13,5, Die Linke 6,5 Prozent.


    Detailliertes Ergebnis

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    Eberhard Gienger, CDU

    Ein ehemaliger Spitzenturner gegen den Staatsminister im Bundeskanzleramt. Ein politisch Namenloser gegen einen bekannten Politiker. Eberhard Gienger gegen Hans-Martin Bury. So war die Konstellation im Wahlkreis Neckar-Zaber im Jahr 2002. Und der Politik-Novize gewann, holte sich das Direktmandat. Jetzt will Gienger in die dritte Legislaturperiode. Die anfängliche Unsicherheit ist überwunden. Gienger selbst sagt: „Ich habe jetzt Boden unter den Füßen.“

    Eberhard Gienger: ein sympathischer Mensch mit sportlicher Vergangenheit, aber kein Politiker. Dieses Etikett haftete dem 58-Jährigen lange an. „Das höre ich inzwischen weniger“, erklärt Gienger. Im Wahlkreis werde er als Abgeordneter, eben als Politiker wahrgenommen. „Im Laufe der Jahre habe ich mir eine fachliche Grundlage erarbeitet.“ Gienger ist als Mitglied aktiv in den beiden Bundestagsausschüssen zu Sport sowie Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Reizvoll findet er auch den Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, in dem er als stellvertretendes Mitglied arbeitet. In den Anfangsjahren waren Reden nicht gerade Giengers Paradedisziplin. „Heute habe ich viel mehr Sicherheit.“

    Ein wichtiges Projekt in der auslaufenden Legislaturperiode war für den Bietigheimer die Regelung zur Stammzellenforschung. Den Sportausschuss habe die Bewerbung Münchens für die Olympischen Spiele 2018 stark beschäftigt. Eberhard Gienger betont, dass die Hauptaufgabe für den neuen Bundestag die Haushaltskonsolidierung sein wird. Steuererleichterungen im großen Stil wie sie die FDP fordert, seien nur schwer möglich. Trotzdem glaubt der 58-Jährige, dass ein Kompromiss und Schwarz-Gelb möglich ist.

    Im vergangenen Jahr ist der Kandidat mit seiner Frau von Tübingen nach Bietigheim-Bissingen gezogen. „Wir haben uns gut eingelebt.“ Damit ist er näher an den Bürgern seines Wahlkreises. Im Landkreis Heilbronn sei die Behelfsbrücke in Lauffen ein Dauerthema. Für ein wichtiges Thema hält der Abgeordnete die Probleme der Milchbauern. „Da muss etwas passieren.“ Übergangsweise seien auch zusätzliche Subventionen denkbar.

    Milchquoten, Energiepolitik, Repräsentationstermine, Ausschussitzungen: Viel Freiraum für Privatleben bleibt nicht mehr. Dafür nutze man die zeitlichen Spielräume intensiver, sagt Gienger. Bleibt Luft für Sport, den er immer wieder von der Gesellschaft als Gesundheitsprophylaxe einfordert? Der Bietigheimer nickt. „Dafür nehme ich mir die Zeit.“

    Geboren am 21. Juli 1951 in Künzelsau, machte sich der national und international erfolgreiche Eberhard Gienger im Turnsport einen Namen. So wurde er 1974 Weltmeister am Reck. Er absolvierte ein Diplomlehrerstudium und widmete sich sechs Jahre lang Russisch und Englisch. Seit Mai 1990 ist er Geschäftsführer der eigenen Promotion-Firma. Gienger ist verheiratet und hat drei Kinder. Ehrenamtlich ist Gienger im Deutschen Olympischen Sportbund engagiert.






    Thorsten Majer, SPD

    Bange machen gilt nicht. Gekämpft wird bis zum Schluss. SPD-Bewerber Thorsten Majer weiß um seine schwere Aufgabe, dem CDU-Abgeordneten Eberhard Gienger in Neckar-Zaber das Direktmandat abzunehmen. Zwölf Prozent der Erststimmen trennten die Kontrahenten 2005.

    Seit Anfang März stehen über 160 Termine in seinem Kalender. Bürgermeister, Firmen, öffentliche Einrichtungen besuchen, an Stammtischen und auf Festen mit Bürgern diskutieren, auf Podien SPD-Positionen vertreten. „Gestärkt aus der Krise herauskommen“, so lautet Majers Botschaft. Aus der Finanz-, Klima- und Gesellschaftskrise. Das sind die drei Hauptthemen des Ingersheimers. Er will auch Widersprüche auflösen und gegen die Politikverdrossenheit angehen. „Es ist eher ein Makel, wenn man in einer Partei ist.“ Thorsten Majer nennt dies eine „absurde Entwicklung“. Im Stammtisch im heimischen Ingersheim hört der SPD-Gemeinderat den Vorwurf, dass den Bankern aus der Finanzwelt, die das Geld verprasst haben, die  Euro noch hinterher geworfen werden. Unternehmenskultur, Gerechtigkeitsempfinden, Verkehrsregeln für die Finanzwelt, neue Arbeitsplätze schaffen. Dies sind Schlüsselbegriffe für den Sozialdemokraten. „Politik muss Vorbild sein und muss es einfordern.“

    Berufung SPD-Altkanzler Helmut Schmid ist sein Idol, auch wenn der junge Rechtsanwalt den Politiker nie als Bundeskanzler erlebt hat. „Das ist eine Kapazität“, findet der Bewerber, der 1998 in die SPD eingetreten ist. „Mein Beruf ist und bleibt Rechtsanwalt, Politik soll eine Berufung bleiben“, sagt Majer. Der glühende Fußballanhänger des VfB-Stuttgart – „das passt, dies sind ja auch Rote“ – will das Mandat in Berlin „politisch ausfüllen“. Mehr Kernerarbeit statt Repräsentanz. Mit Platz 27 ist sein Bundestags-Einzug über die SPD-Landesliste sehr unwahrscheinlich. Daher muss er Gienger Paroli bieten. Ein besseres Ergebnis als 2005 bei der Erststimme soll es aus Majers Sicht zumindest sein.

    Am Atomausstieg hält der Bewerber fest. Das „Märchen von der Stromlücke“ gebe es nicht. „Wenn wir gewählt werden, geht das GKN vom Netz“, hofft Majer, dass die Bürger dieses Thema in ihre Wahlentscheidung einfließen lassen. Außerdem sei die Endlagerfrage nach wie vor ungelöst. Dass der Wahlkampf an Fahrt aufnehmen muss, weiß Majer, den die negativen Umfragewerte der SPD noch nicht beunruhigen. „Frau Merkel muss aus ihrem Schneckenhaus herauskommen. Abgerechnet wird zum Schluss“ , sagt der Kandidat.

    SPD-Bundestagskandidat Thorsten Majer im Wahlkreis Neckar-Zaber ist 31 Jahre alt, verheiratet, selbstständiger Rechtsanwalt in Stuttgart. Der gebürtige Bietigheimer studierte Jura in Tübingen, absolvierte sein Referendariat am Landgericht Heilbronn. Majer hat sich auf Vertrags- und Medienrecht spezialisiert. Seit 1998 gehört der Kandidat der SPD an. Der SPD-Ortsvorsitzende in Ingersheim sitzt im dortigen Gemeinderat. Im Land steht er auf dem 27. Listenplatz.







    Harald Leibrecht, FDP

    Unverbissen wirkt Harald Leibrecht, seine Geschichten überspringen lässig Kontinente – der Dalai Lama kommt genauso vor wie der hiesige Wirtschaftsprüfer. Gerne lässt der Liberale seine Sätze in einem Lachen ausperlen. „Doch, ich kann auch wütend werden“, sagt der Bundestagsabgeordnete, der in Kleiningersheim im Landkreis Ludwigsburg lebt und als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses häufig in der Welt unterwegs ist. Schlecht vorstellbar. Mit einer Ausnahme: Denkt der FPD-Politiker an das Steuersystem in Deutschland, bekommt er eine „innere Wut. Dieses System ist so kompliziert, dass es keiner mehr versteht – und Arbeit muss sich wieder lohnen.“

    In Momenten wie diesen verweist Leibrecht gerne auf das FDP-Sparbuch. 400 Anträge stellte die FDP („alle abgeschmettert“), um klar zu machen, wo der Staat einsparen kann, damit er im Gegenzug Steuern senken könnte. „Ich bin auch Arbeitgeber, eine höhere Besteuerung ist keine Motivation für Arbeitnehmer“, sagt der 47-Jährige. Was er auch will: für jeden Kopf in der Familie einen Steuerfreibetrag.

    Das Weltgewandte liegt dem in der Nähe von Chicago geborenen Schwaben im Blut, den Blick auf Deutschland von außen leiht er sich gerne von Studenten aus. Mit der Jugend pflegt er einen engen Draht. Bei der International Schiller University stapfte Leibrecht in den Spuren seines Vaters. Dieser, bis ins hohe Alter ein umtriebiger Mensch, Theologe und Harvard-Professor, hatte das Institut gegründet.

    Der Wirtschaftswissenschaftler Leibrecht hat die politische Laufbahn nicht angepeilt, nicht als Berufsziel. Aufgewachsen in einem „sehr liberalen Elternhaus“, berichtet Leibrecht von der Begegnung mit iranischen Kommilitonen während seines Studiums als einer politischen Initialzündung. Begriffe wie Freiheit und Gerechtigkeit bekommen für den damals 23-Jährigen eine andere Dimension.
    Der Vater von vier Kindern wird nach der Wahl ziemlich sicher wieder in der Hauptstadt arbeiten – er ist über die Landesliste abgesichert. Auf seinem Wahlplakat schimmert ein Stück Fachwerkhaus durch, damit demonstriert er die verbliebene Bodenständigkeit. Trotz Berlin. „Du Harald“, sagen die Leute in Kleiningersheim auf der Straße, die alten Kumpels von der Feuerwehr wollen mit ihm nach der Hauptübung wenigstens in die Wirtschaft gehen.

    Den großen Zampano zu markieren, liege ihm nicht, und ein Medienmensch sei er auch nicht. Verfolgt man Harald Leibrechts Erzählungen, fallen die Episoden, die im Ausland spielen, deutlich ins Gewicht. „Man kann auch als kleiner Abgeordneter etwas tun“, sagt der 47-Jährige, sei es eine Wahl im Ausland zu beobachten oder ein Gespräch über Steinigung in Teheran zu führen.

    Geboren am 14. Oktober 1961 in Evanston (USA), studierte Leibrecht Internationale Betriebswirtschaft in Straßburg, Heidelberg, London und den USA. 1984 trat er in die FDP ein, seit 2002 ist er Mitglied des Bundestags. Als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses engagiert sich der in zweiter Ehe verheiratete Vater von vier Kindern in der Außenpolitik. Der Geschäftsführer ist Vorsitzender der FDP-Landesgruppe Baden-Württemberg und in der Synode der Kirche.






    Andreas Roll, Grüne

    Nachhaltigkeit: für Andreas Roll ein Begriff von zentraler Bedeutung. Ein Wort, das bei allen politischen Themen zumindest in den Nebensatz gehört. Vor allem bei der Bürgernähe. „Auch nach der Wahl muss man den Kontakt zur Basis behalten“, sagt der Kandidat von Bündnis 90 / Die Grünen. Da beginnt für ihn die Glaubwürdigkeit von Politik. „Was den Bürger bewegt, muss man aufgreifen, fortdenken, weitertragen.“

    Weil die Partei weniger Parteisoldaten und mehr eigene Köpfe habe, sei gewährleistet, dass die Themen oben ankommen. In der Gentechnik etwa. Eine ernste Sache. Froh ist Roll, dass der Maisanbau in Leingarten vom Tisch ist. Ungelöst sei aber die Kennzeichnungspflicht gentechnisch veränderter Lebensmittel. „Das reicht bei weitem nicht aus.“ Roll teilt die Ängste der Menschen, kauft nahezu alles im Naturkostladen ein. Das sei er auch seinen Kindern schuldig, für die es abends frei erzählte Geschichten gibt. Jetzt, im Wahlkampf, bleibt dafür aber weniger Zeit. Ebenso wenig wie für seine Hobbies Laufen, Gitarre spielen oder Gärtnern.

    In kleinen Schritten beginne der große Erfolg, etwa im Klimaschutz und der Energiepolitik. Und sei die Fläche noch so klein, ein Sonnenkollektor passe überall aufs Dach. Roll macht’s vor auf seinem kleinen Reihenhaus – trotz zweier platzraubender Dachfenster. Die Anlage rechne sich sogar. Eine Million neuer Arbeitsplätze halten die Grünen bei einem Boom regenerativer Energien für gut machbar.

    Kreuzchen „Der 27. September gibt eine Volksabstimmung über die Atomenergie.“ Roll ist überzeugt, dass wertkonservative Wähler ihr Kreuzchen bei den Grünen machen werden: „Weil sie wissen, dass es mit der CDU eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke geben wird.“ Das Wahlziel: Zwölf Prozent plus x.

    Deutsche Soldaten in Afghanistan – wie passt das zu einer friedensbewegten Partei? „Wir haben uns in Regierungsverantwortung in dieser Frage zu wenig gegen die SPD-Meinung durchgesetzt“, räumt Roll ein. Und: Zivilschutz und Bildung komme mit Blick auf militärische Riesenbeträge dort einfach zu kurz.

    Gesundheit Die Gesundheitspolitik ist das Steckenpferd des Verwaltungswissenschaftlers, der in der Klinik Ulm gearbeitet hat und jetzt auch tiefe Einblicke ins Gesundheitswesen bei einer Betriebskrankenkasse gewinnt. Sein Fazit: „Die Gesundheitspolitik ist stark durch die Pharmaindustrie bestimmt.“ Und in die Krankenhäuser fließe zu viel Geld für die Großgerätemedizin. Das Personal und damit auch die Betreuung des Patienten kommt ihm zu kurz.

    Die Grünen wollen zudem aufpassen, dass sich Deutschland nicht zum Überwachungsstaat entwickle. Roll: „Technisch machbar ist alles.“

    Andreas Roll wurde am 14. September 1967 in Ulm geboren. Nach Gymnasium und Wehrdienst, den er im Nachhinein verweigerte, folgte das Studium der Verwaltungswissenschaften mit Schwerpunkt Verwaltungsmanagement und Innenpolitik an der Uni Konstanz . Roll lebt mit Frau und den beiden Kindern in Marbach. Er ist seit 2006 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Der Direktkandidat für den Bundestag arbeitet in Ludwigsburg bei einer Betriebskrankenkasse.







    Walter Kubach, Die Linke

    Walter Kubach kandidiert auf der Liste der Linken für den Bundestag im Wahlkreis Neckar-Zaber. Seine Chancen auf das Direktmandat sind gleich null. Auseinandersetzen muss er sich mit Eberhard Gienger (CDU), Thorsten Majer (SPD), harald Leibrecht (FDP) und Andreas Roll (Grüne). Dennoch sieht er die Notwendigkeit, anzutreten.
    Das Problem mit dem Radio seiner Frau war schnell behoben. Einmal reingeschaut, ruckzuck war es repariert. „Da war lediglich der Kontakt zur Antenne unterbrochen“, sagt Walter Kubach. Der Elektrobereich gehört zu den Hobbys des 54-jährigen Mundelsheimers. Sein tägliches Betätigungsfeld ist komplexer und unübersichtlicher als ein Radio. „Wir brauchen eine Partei, die wählbar ist“, sagt Walter Kubach, der sich schon immer im linken Parteienspektrum gesehen hat. Für ihn war es daher im Jahr 2005 keine Frage, in die WASG einzutreten und sich dann zwei Jahre später nach dem Zusammenschluss mit der PDS dem Nachfolger „Die Linke“ anzuschließen.

    Walter Kubach hat 25 Jahre lang bei der Computerfirma Xerox als Kundendiensttechniker in Stuttgart gearbeitet. 20 Jahre lang davon im Betriebsrat. „Ich habe gelernt, zwischen den Stühlen zu sitzen“, sagt er. Seit 2007 arbeitet der zweifache Familienvater im Stuttgarter Wahlkreisteam von Uli Maurer. Vor allem zwei Themen haben für ihn Priorität im Wahlkampf: „Die Millionärssteuer und die Bundeswehr, die sich aus Afghanistan zurückziehen muss.“

    Aktive Gesellschaft Die Reichen müssten jetzt zur Kasse gebeten werden. Damit meint er nicht nur die Manager, sondern viele Vermögende, die von der wirtschaftlichen Situation in den vergangenen zehn, 15 Jahren profitiert hätten. Reichtum dürfe nicht zu mehr Macht führen. Kubach: „Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe der Linken.“

    Er wünscht sich eine politisch aktivere Gesellschaft. Nicht nur bei Wahlen. „Die außerparlamentarische Arbeit ist sehr wichtig. Die Leute müssten viel mehr auf die Straße gehen“, hofft er, dass die Menschen ihrem Unmut mehr Luft machen, sich auch verstärkt in Vereinen und Bürgerinitiativen engagieren. Denn Veränderungen könnten nur von unten kommen. „Die Reichen engagieren sich, doch die Schwachen üben keinen politischen Druck aus.“ Diese Situation ärgert Walter Kubach, sie ist für ihn nicht akzeptabel.

    Die Einführung eines Mindestlohns – zehn Euro fordert die Linke – ist ebenfalls ein Thema für ihn. Wie das finanziert werden soll, bleibt offen. Am 27. September hofft Kubach für die Linke auf „zehn Prozent plus x“ und spekuliert auf die Fortsetzung der Großen Koalition. Eine CDU/FDP-Regierung sieht er nicht: „Das wäre eine Katastrophe.“

    Der 54-Jährige wuchs in Marbach auf, ging bis 1969 zur Hauptschule. Es folgte eine Elektrikerlehre. Von 1980 bis 2005 war er Kundendiensttechniker bei Xerox, davon 20 Jahre im Betriebsrat. Seit 2007 ist er Wahlkreismitarbeiter für den parlamentarischen Geschäftsführer der Linken im Bundestag, Uli Maurer. Kubach ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Gründungsmitglied der DLRG-Ortsgruppe Mundelsheim und ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Stuttgart.



    Martin Krämer, NPD

    „Nicht nur meckern, sondern aktiv gegen Missstände angehen“. Deshalb ist Martin Krämer politisch aktiv. Mit 17 Jahren ging er zur Jugendorganisation der NPD, seit vier Jahren ist er Parteimitglied. Warum die vom Verfassungsschutz beobachtete und als rechtsextrem eingestufte NPD? „Ich bin der Überzeugung, dass wir nur als ein souveräner Nationalstaat zukunftsfähig sind“, sagt der EU-Gegner. Negative Erfahrungen mit Migranten in der Schule seien ein Grund seiner politischen Orientierung. Die Integration sei gescheitert, die NPD die einzige Partei, die sich offensiv der gesellschaftlichen Problematik stelle. Krämer plädiert unter anderem für eine rigide Politik, die nicht nur die Abschiebung krimineller, sondern auch arbeitslos werdender Ausländer fordert.
    Sein Anspruch im Wahlkreis Neckar-Zaber ist, in einem aktiven Wahlkampf zu beweisen, dass „auch bei minimalem Budget mit einer jungen, motivierten Truppe etwas zu bewegen ist.“ Sein Ziel ist ein „Achtungserfolg“, den er mit „eine Eins vor dem Komma“ definiert.

    Der 23-Jährige gebürtige Stuttgarter hat Abitur, lernte Verlagskaufmann, arbeitet derzeit in der Lagerlogistik. Er ist unter anderem Schatzmeister, Pressesprecher und Jugendbeauftragter im NPD-Regionalverband Böblingen-Stuttgart und Beisitzer im Landesvorstand der NPD Baden-Württemberg.




    Armin Demele, ÖDP

    „Schimpfen ist das eine, was machen das andere. Durch schimpfen wird es nicht besser“, deshalb engagiert sich Armin Demele politisch. In der ÖDP, weil diese als einzige Partei unabhängig sei, keine Spenden von Konzernen oder Verbänden annehme, so der Bönnigheimer.

    Zudem stehe die Ökologisch-Demokratische Partei dafür, jede politische Entscheidung auf ihre Folgen für die Zukunft und künftige Generationen zu überprüfen. „Das ist für mich als Familienvater wichtig“, sagt der Kandidat aus dem Wahlkreis Neckar-Zaber.

    Erziehungsgehalt statt Erziehungsgeld, das fordert Demele. Die Leistungen, die Eltern in die Erziehung einbrächten, müssten bezahlt werden. Auch Teilzeit-Erwerbsmöglichkeiten sollten ausgebaut werden. „Kinder brauchen eine gute Förderung“, sagt der Bönnigheimer ÖDP-Ortsgruppenchef, weshalb er sich für kleine Lerngruppen und individuelle Förderung in der Schule ausspricht. Eine weitere Position: Schnellstmöglich alle Atomkraftwerke abschalten, „insbesondere das GKN in Neckarwestheim“.

    Der gebürtige Oberfranke ist 46 Jahre alt, verheiratet, dreifacher Vater. Der gelernte Maschinenbautechniker arbeitet an seinem Wohnort Bönnigheim als Hausmeister des Schulzentrums. Es ist seine erste Kandidatur für den Bundestag, einmal bewarb er sich für den Land-, zwei Mal für den Kreistag.


    Dr. Roland Mackert, Bürgerbewegung für Deutschland (BfD)

    Roland Mackert tritt bei der Bundestagswahl für die „Bürgerbewegung für Deutschland (BfD)“ an. Er war von 1994 bis 2004 im Gemeinderat Sachsenheim. Zwar reichten die Stimmen 2009 nicht für einen erneuten Einzug, dennoch hat ihn „das sehr gute Ergebnis dazu bewogen, weiterzumachen“.

    Den Grund für sein Engagement sieht er in der „demografischen Entwicklung und den Konsequenzen daraus“ sowie in der Zuwanderung. Die für ihn dramatischen Folgen sind die hohe Arbeitslosigkeit und die Tatsache, dass „Deutsche zur Minderheit in Deutschland werden und dann politisch nicht mehr so bestimmen können, wie bisher“. Eine Haltung, die auch das rechte Lager zum Teil vertritt. „Nein“, sagt Mackert dazu. „Das ist einfach eine Tatsache. Ich bin Demokrat. Ich war 20 Jahre bei der SPD.“ Mackert fordert „die Steuerung der Zuwanderung, indem auf Bildung, Vorstrafen und Qualifikation geachtet wird.“ Außerdem sollen Betriebe über eine familienfreundlichere Arbeitsplatzgestaltung informiert werden.

    Dr. Roland Mackert wurde am 29.9.1951 in Kornwestheim geboren und lebt seit 1979 in Sachsenheim. Er hat drei Söhne und ist alleinstehend. Mackert studierte BWL und VWL und absolvierte außerdem eine Traineeausbildung bei einer Bank. Seit 30 Jahren ist er an den Schulzentren Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen tätig.



    Manfred Winkler, Willi-Weise-Projekt

    Manfred Winkler kandidiert für das Willi-Weise-Projekt. An seinem 60. Geburtstag im Juni dieses Jahres beschloss er, in die Politik zu gehen, „weil die etablierten Parteien keinerlei tragfähigen Konzepte für die Bewältigung unserer gesellschaftlichen Herausforderungen bieten“. Winkler stört der Einfluss der Lobbys: „Die Kandidatur als unabhängiger und parteiloser Direktkandidat ermöglicht es mir, ohne jegliche Lobby- und Fraktionszwänge meine politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen einzubringen.“

    Winkler plädiert für die Abschaffung des Fraktionszwangs, denn „laut Grundgesetz ist ein Abgeordneter ausschließlich seinem Gewissen verpflichtet“. Er fordert außerdem eine umfassende Steuerreform sowie Sozial- und Rentenreformen: „Ich möchte ein bedingungsloses Grundeinkommen.“ Auch müsse der Finanz- und Bankensektor beschränkt und reguliert werden. Das Willi-Weise-Projekt versteht sich als ethisches Dach, unter dem sich die Direktkandidaten gefunden haben.

    Geboren am 1. Juni 1949 in Berlin, lebt Manfred Winkler bereits seit 25 Jahren in Großbottwar. Er ist Vater von vier Söhnen. Winkler war von 1976 bis 2002 bei verschiedenen Unternehmen als Rechenzentrumsleiter tätig. Seit 2002 ist er selbstständiger Unternehmer im Bereich IT-Dienstleistungen und Direktmarketing.








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    Wahlkreis 266 "Neckar-Zaber"

    Zu diesem Wahlkreis gehören:
    • Vom Landkreis Heilbronn: Abstatt, Beilstein, Brackenheim, Cleebronn, Flein, Güglingen, Ilsfeld, Lauffen am Neckar, Leingarten, Neckarwestheim, Nordheim, Pfaffenhofen, Talheim, Untergruppenbach, Zaberfeld

    • Vom Landkreis Ludwigsburg: Affalterbach, Benningen am Neckar, Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Bönnigheim, Erdmannhausen, Erligheim, Freiberg am Neckar, Freudental, Gemmrigheim, Großbottwar, Hessigheim, Ingersheim, Kirchheim am Neckar, Löchgau, Marbach am Neckar, Mundelsheim, Murr, Oberstenfeld, Pleidelsheim, Sachsenheim, Steinheim an der Murr, Tamm, Walheim

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