Kropfjockel und Schlappenscheißer: Spitznamen der Region

Serie: Noch Fragen?  Wieso heißen die Wimpfener Sammetärmel und was ist eigentlich ein Hamballe? Die vier Folgen unserer Suche nach den Spitznamen der Region stehen zur Abstimmung als beste "Noch Fragen?"-Geschichte des Jahres 2017.

Von Janis Dietz

Bis zum Jahresende können Sie entscheiden, aus welcher Leserfrage in diesem Jahr die beste Geschichte entstanden ist. Hier finden Sie alle Themen, die zur Wahl stehen. Jeden Tag stellen wir eine Geschichte vor. Stimmen Sie jetzt ab für Ihre Lieblingsfrage. Mehr zur Serie: www.stimme.de/noch-fragen

 

 

 

 

"Hat jeder Ort in der Region einen Spitznamen?", hat sich Wolfgang Krämer gefragt. Der Heilbronner Friseurmeister kennt zwar einige Namen. Doch woher die stammen, weiß er nicht immer. "Das soll einfach nicht in Vergessenheit geraten", erklärt Krämer, warum er die Frage an "Noch Fragen?" geschickt hat.

Vier Folgen aus den unterschiedlichen Teilen der Region

In vier Teilen haben wir uns mit den Spitznamen der Region beschäftigt. Hier finden Sie die übrigen drei Teile:

Diese Spitznamen gibt es in der Stadt Heilbronn

Diese Spitznamen gibt es im Kraichgau

Diese Spitznamen gibt es in Hohenlohe

 

Von Spitzdappern und Sammetärmel - Die Spitznamen im Landkreis Heilbronn

Bad Wimpfen - hier sind die Sammetärmel zu hause.  

Wer in einer reichen Stadt wie Bad Wimpfen wohnte, bekam den Neid der Nachbargemeinden in Form von neckenden Spitznamen zu spüren. Vor allem dann, wenn das Stadtsäckel mal nicht so prall gefüllt war. Die Wimpfener Ratsherren konnten sich einst in Zeiten knapper Kasse keine Samtumhänge mehr leisten.

Stattdessen seien sie, so erzählt man es sich in den umliegenden Gemeinden, nur mit Samtärmeln auf den Balkon getreten. In der Hoffnung, dass keiner Bürger den Unterschied bemerkt. Spitznamen anderer Gemeinden bezogen sich auf vermeintlich typische körperliche Merkmale, wie einen Kropf oder eine bestimmte Haarfarbe oder kuriose Ereignisse.

„Die Menschen hatten das Bedürfnis, sich von den Nachbargemeinden abzugrenzen, es ging auch um Rivalität“, erklärt Petra Schön, Kreisarchivarin im Landkreis Heilbronn. Und weil man besonders oft mit den Nachbarstädten und -gemeinden zu tun hatte, gab man den Nachbargemeinden gerne einen Spitznamen. „Auch heute grenzt sich der Württemberger stärker vom Badener ab, als etwa vom Niedersachsen“, so Schön.

Wenn Nachbarn sich necken

Eine besondere Nachbarschaftsbeziehung drückt sich auch in den Spitznamen der Untereisesheimer und Obereisesheimer aus. Das Obereisesheimer Zwetschgenmärtle klaute in Untereisesheim Zwetschgen, worauf sich der Untereisesheimer Schlappenscheißer zu rächen wusste.

Die Namen sind in ganz unterschiedlichen Zeiten entstanden, manche sind noch heute gebräuchlich, andere fast vergessen. „In fast jeder Ortschronik gibt es ein Kapitel zu dem Thema“, sagt die Kreisarchivarin. In den 80er Jahren sammelte die Heilbronner Stimme die Spitznamen und die Geschichten dazu, doch einen umfassenden Überblick gibt es auch im Kreisarchiv bisher nicht. Aus dem Archiv der Heilbronner Stimme haben wir einige Namen zusammengetragen. Welchen Geschichten dahinter stecken, erfahren sie mit einem Klick auf die Landkarte.

 

 

 

 

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