Als Saurier die Region bevölkerten

Serie "Noch Fragen?"  Vor rund 200 Millionen Jahren lebten in Heilbronn und Hohenlohe Saurier - aber auch Schildkröten und Krokodile. Wie sich die Region über Millionen Jahre entwickelt hat und wieso die Region für ihre Fossilienfunde berühmt ist.

Von Janis Dietz und Heiko Fritze

Die Saurier haben in der Region Spuren hinterlassen. Diese Versteinerungen eines Saurierfußes wurden in Pfaffenhofen gefunden.  

Bei Dinosauriern denken die meisten Menschen an den Tyrannosaurus rex oder andere urzeitliche Ungeheuer, wie man sie aus Jurrassic Park kennt. Doch welche Tiere bevölkerten eigentlich vor rund 200 Millionen Jahren die Region und wie sah die Landschaft aus?

Mit dieser Frage hat sich Wolfgang Krämer an „Noch Fragen?“ gewandt.  Bei „Noch Fragen?“ gehen wir Themen nach, die Leser uns geschickt und als besonders spannend bewertet haben.  Soviel können wir jetzt schon verraten: In der Region gibt es die wichtigsten Saurierfunde in ganz Europa.

 

Auf dieser Zeitleiste können Sie die Entwicklung der Region in der Urzeit nachvollziehen und entdecken, welche Tiere hier gelebt haben (Foto: Städtische Museen Heilbronn).

 

Fossilien des etwa fünf Meter langen Batrachotomus wurden bei Kupferzell gefunden. Das Modell des Sauriers aus der Keuperzeit steht heute im Naturkundemuseum Stuttgart.  

Auf der Suche nach Informationen aus der Urzeit landet man schnell beim Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. Das Museum am Löwentor befasst sich mit der Entwicklung der Erde vom Altertum bis zur Neuzeit – und mitten drin Fundstücke aus der Region. „Der Stromberg gehört zu den wichtigsten Fundstellen der Saurierzeit in Europa“, sagt Rainer Schoch, Saurier-Experte im Naturkundemuseum.

Verschiedene Saurierskelette wurden im "Weißen Steinbruch" in Pfaffenhofen gefunden. Und Schoch ist sich sicher, dass dort noch mehr zu finden ist: „Der Berg ist voll, die Frage ist, wie kommen wir da ran. Es wäre fantastisch dort eine Grabung zu machen.“  Doch für umfangreiche Grabungen fehlt das Geld. Eine weitere bedeutende Fundstelle liegt bei Kupferzell.

Saurierausstellung in Heilbronn

Auch das Museum im Deutschhof beschäftigt sich in der Ausstellung „Salz, Sand, Saurier“ mit der Urzeit – genauer gesagt mit der Keuperzeit oder Trias (vor etwa 239,9 – 200 Mio. Jahren). In diesem Zeitraum war die Region mal Land, mal Wasser – dementsprechend vielfältig war die Tierwelt. In der kostenlosen Ausstellung sind die verschiedenen Lebenswelten per Videoanimation erlebbar. Und noch etwas anderes stammt aus dieser Zeit: Der Heilbronner Schilfsandstein, aus dem nicht nur in der Region viele Gebäude gebaut sind. Kuratorin Birgit Hummler hat die Ausstellung zusammengestellt und beschreibt im Video, was die Zeit so besonders macht.

 

Auch interessant: Wie die Welt sich über Millionen Jahre verändert hat, können Sie auf der Seite dinosaurpictures.org erleben.

Auf den Spuren der Saurier durch die Region

Naturkundemuseum Stuttgart - Auf 3500 Quadratmetern Ausstellungsfläche dreht sich im Museum am Löwentor alles um Fossilienfunde aus der Geschichte der Erde. Mit dabei etliche Fundstücke aus Pfaffenhofen. Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag sowie Feiertage 10-18 Uhr, Eintritt: 5 Euro (ermäßigt 3 Euro).

Weißer Steinbruch Pfaffenhofen - Im rund 210 Millionen Jahre alten Stein haben sich Fossilien so gut gehalten, wie fast nirgend sonst. Der Steinbruch kann besichtigt werden. Die Gemeinde Pfaffenhofen empfiehlt den Parkplatz am Alten Sportplatz. Im nahegelegenen Rathaus sind auch einige Funde ausgestellt. Öffnungszeiten sind hier die des Rathauses: Montag - Freitag 8 bis 12 Uhr, außer Mittwoch nur 10 bis 12 Uhr, zudem Dienstag 14 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

"Salz, Sand, Saurier" in Heibronn - Die Ausstellung im Museum im Deutschhof beleuchtet die Entwicklung der Region zur Keuperzeit mit einigen tollen Exponaten und einer Video-Animation der verschiedenen Klima-Zonen. Öffnungszeiten: Dienstag 10 bis 19 Uhr, Mittwoch - Sonntag 10 bis 17 Uhr. Eintritt frei.

Muschelkalkmuseum Ingelfingen - Das Museum in Hohenlohe ist eine Zusammenarbeit der Stadt Ingelfingen mit dem Paläontologen Hans Hagdorn. Auch hier geht es um die Keuperzeit, zu sehen sind Fossilien und Mineralien aus Mitteleuropa. Öffnungszeiten: Samstag 14 bis 16 Uhr, Sonntag 10:30 bis 16 Uhr. Eintritt: 3 Euro (ermäßigt 1,50 Euro).

 


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