Die passende Schule für Ihr Kind

Schulatlas  Ab Ende Januar beginnt für Eltern von angehenden Fünftklässlern wieder die Infotour von Schule zu Schule. Unser interaktiver Schulatlas hilft bei der richtigen Wahl.

Von Gertrud Schubert und David Hilzendegen

Samstag für Samstag verbringen Eltern und ihre Kinder jetzt wieder auf Infotour, lassen sich durch Klassenzimmer führen, reden mit Lehrern, Rektoren, Schülern, um ja die richtige Entscheidung zu treffen. Welche Schule passt? Die Gemeinschaftsschule? Oder doch lieber nach alter Väter Sitte ins Gymnasium? Ist die Realschule recht? Oder die Werkrealschule?

Die Eltern haben die Wahl. Sie erhalten eine Grundschulempfehlung, müssen sich aber nicht daran halten. Die meisten folgen dem Rat der Lehrer. "Sie kennen die Begabungen und Talente, Fähigkeiten und die Arbeitshaltung der Kinder am besten", lobt Isabell Peimann-Schaak, die geschäftsführende Schulleiterin der Heilbronner Gymnasien, die Lehrkräfte der Viertklässler. Ihre Bildungsempfehlungen seien in der Regel treffend.

Sechs Jahre schon haben die Eltern es in der Hand, auf welche weiterführende Schule ihr Kind gehen soll. Vorlegen muss man die Bildungsempfehlung bei der Anmeldung in der Schule nicht. Alle sollen dieselben Aufnahmechancen haben, eine Auslese nach Leistung wird so verhindert. Doch hat Kultusministerin Susanne Eisenmann einen Gesetzesentwurf vorgelegt − er ist gerade in der Anhörung, der die Vorlage der Bildungsempfehlung wieder vorschreibt. Die Lehrer sollen schon vor der Lernstandserhebung im Herbst über die Leistung ihrer Fünftklässler Bescheid wissen. Kommt das Gesetz, gilt es für die Anmeldung im nächsten Jahr.

Ob mit oder ohne Vorlage: Auf die Beratung kommt es an. So appelliert der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Heilbronn, Christoph Eberlein, an die Eltern, das Beratungsverfahren nicht nur über sich ergehen zu lassen, sondern es zu nutzen, zu fragen, sich bei der Entscheidung helfen zu lassen und den Rat auch Ernst zu nehmen. Christoph Eberlein warnt: "Steckt eure Kinder nicht einfach in Schularten, die ihr euch für eure Kinder wünscht, für deren erfolgreichen Abschluss die Zeichen aber nicht gut stehen. Haltet euch an die Grundschulempfehlung."

 

Schulatlas 2017

Für unseren Schulatlas haben wir alle weiterführende Schulen im Stadtkreis Heilbronn, dem Landkreis Heilbronn und dem Hohenlohekreis angeschrieben und um Informationen gebeten. Klicken Sie auf die Punkte, um weitere Informationen zum Beispiel zur Ausstattung der Schule, zum Ganztagesangebot oder zu Infoterminen zu bekommen.

Sie können per Doppelklick auf die Karte oder über die Plus- und Minusbuttons links oben in die Karte zoomen.

 

Welcher Schülertyp ist mein Kind?

Es ist gut, Schulen kennenzulernen. Wichtig aber ist auch, über sein Kind nachzudenken: Welcher Schülertyp ist es? Eins zu eins passen die Beschreibungen selbstverständlich nicht.

 

Realschüler Begeisterungsfähig soll er sein, an "Realien" orientiert und praktisch veranlagt. Sven Hertner, Rektor der Dammrealschule Heilbronn, beschreibt den typischen Realschüler als wissbegierig und an vielerlei interessiert. Hie und da darf er auch eine Schwäche zeigen. Der Realschüler ist fleißig. Unterrichtet wird in der Orientierungsstufe in Klasse 5 und 6 auf mittlerem Leistungsniveau. "Wer keine Gymnasial- oder mittlere Bildungsempfehlung hat, tut sich schon schwer", meint Hertner.

Gymnasiast "So ein Kind sitzt nicht bei irgendjemandem zu Hause", sagt Isabell Peimann-Schaak, die Direktorin des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums Heilbronn, einschränkend bei ihrer Beschreibung des idealtypischen Schülers. Nicht alle acht Kriterien müssten zutreffen. Der künftige Gymnasiast kann sich gut konzentrieren, ist neugierig, arbeitet recht selbstständig und zügig, kann sich Dinge gut merken, ist bereit sich anzustrengen, gibt nicht leicht auf. Und er geht gern in die Schule. In den Hauptfächern sollte er einen Notendurchschnitt von 2,5 oder besser haben.

Werkrealschüler "Die Werkrealschule", sagt Tanja Bewersdorf, Rektorin der Albrecht-Dürer-Schule in Neckargartach, "ist offen für alle mit ihrer kleinen oder großen Begabung." Die Schüler erwartet ein sehr lebensnaher Schulalltag. Neben aller grundlegenden Bildung geht es immer auch um berufliche Bildung, "praktische Lebensvorbereitung" steht im Mittelpunkt. Die Werkrealschulen kooperieren oft mit Handwerkern, Firmen und sozialen Einrichtungen, damit die Schüler Einblick ins Berufsleben bekommen. Auch in Schülerfirmen lernen sie die Arbeitswelt kennen. Die drei Heilbronner Werkrealschulen haben ein Ganztagsangebot.

Gemeinschaftsschüler Selber machen, von Tag zu Tag selbstständiger werden, sich nicht alles vorkauen lassen: Der Gemeinschaftsschüler ist ein aktiver Schüler, kommt gern in die Schule, er ist neugierig und freut sich, wenn er anderen helfen kann und wenn er Hilfe von seinen Klassenkameraden bekommt. Harald Schröder, Rektor der Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule Heilbronn, weiß von seinen Schülern, dass sie "nicht überall gut und nicht überall schlecht" sind und ganz unterschiedliche Begabungen haben. Gemeinschaftsschüler arbeiten auf drei Leistungsniveaus, auf grundlegendem, mittlerem und erweitertem Niveau. Sie entwickeln rasch ein Interesse an ihrem schulischen Weg. Deshalb bekommen sie nicht nur detaillierte Rückmeldung über ihr Lernen, sie fordern es von ihren Lehrern regelrecht ein. Alle Gemeinschaftsschulen sind Ganztagsschulen, meist an drei Tagen pro Woche. ger