Sieben Irrtümer der Energiewende

Zentralverband Sanitär Heizung Klima informiert über häufigste Missverständnisse

Sieben Irrtümer der Energiewende
Die Energiewende fängt schon im Heizkeller an: Moderne Heizsysteme bringen nicht selten Einsparungen von bis zu 30 Prozent.Foto: dpa

Über die Energiewende wird viel diskutiert − leider nicht immer auf dem Boden der Tatsachen. Mittlerweile sind etliche Vorurteile in den Köpfen der Verbraucher. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) informiert über die sieben häufigsten Irrtümer.

Strom: Energiewende heißt Optimierung der Stromversorgung. Das ist falsch. Strom hat am End-energieverbrauch einen Anteil von nur etwa 20 Prozent, auf Wärme entfallen rund 50 Prozent. Hier liegt das größere Einsparpotenzial.

Neubau: Der Fokus der Energieeinsparung liegt im Neubau? Jährlich werden weniger als 200 000 Gebäude neu errichtet, es gibt aber etwa 18 Millionen Bestandsgebäude. Da veraltete Heizungsanlagen zudem deutlich mehr Energie verbrauchen, muss der Fokus auf dem Gebäudebestand liegen.

Fossile Energien: Müssen diese schnell durch erneuerbare Energien ersetzt werden? Deutschland will den Anteil erneuerbarer Energien im Wärmesektor bis 2020 auf 14 Prozent erhöhen. Der effiziente Einsatz fossiler Energie wird daher weiter eine wichtige Rolle spielen.

Alternative Energien: Zuerst muss der Ausbau von Solar- und Windenergie vorangetrieben werden, heißt es. Den größten Anteil bei erneuerbaren Energien hat aber die Holzverbrennung in Haushalten mit rund 2,8 Prozent − soviel wie Windenergie und Photovoltaik zusammen. Momentan ist Holz die absolute Nummer eins bei erneuerbaren Energien.

Förderung: Die derzeitige Förderung erneuerbarer Energien sei Voraussetzung für die Energiewende, betonen Experten. Trotz dieser Förderung werden aber weniger als zwei Prozent der 18 Millionen Gebäude jährlich saniert. Es dauert also über 50 Jahre, bis alle Altanlagen erneuert sind. Für eine erfolgreiche Energiewende muss die Sanierungsquote vervielfacht werden.

Wärmedämmung: Der Wärmedämmung sollte bei einer Sanierung Vorrang gegeben werden, schließt sie doch die gesamte Gebäudehülle ein. Aber das erfordert hohe Investitionen, die sich meist erst auf lange Sicht rechnen. Eine Erneuerung der Heizungsanlage hat viel Einsparpotenzial, aber eine deutlich geringere Amortisationszeit.

Kesseltausch: Eine noch gut funktionierende Heizung sollte erst getauscht werden, wenn sie defekt ist, raten Experten des Öfteren. Doch veraltete Heizsysteme sind häufig überdimensioniert und ineffizient. Mit modernen Systemen sind Energieeinsparungen von 30 Prozent nicht selten. Eine Heizungssanierung rechnet sich deshalb auch dann, wenn der alte Kessel noch funktioniert. red