Kessel tauschen oder nicht?

Worauf Immobilienkäufer und Eigentümer achten müssen

Kessel tauschen oder nicht?
Wenn der alte Heizkessel nicht mehr den Vorgaben der Energieeinsparverordnung entspricht, besteht eine Austauschpflicht. Doch es gibt auch Ausnahmen.Foto: IWO

Der Countdown begann schon früh im vorigen Jahr: Viele Öl- oder Gasheizungen, die älter als 30 Jahre alt waren, mussten laut Energieeinsparverordnung (EnEV) bis Anfang 2015 ausgetauscht werden.

Wichtig ist für Hauskäufer zu wissen: Die Austauschpflicht wird nachgeführt. Das heißt, auch in den kommenden Jahren müssen alle Heizkessel, die älter als 30 Jahren sind, gegen energiesparende neue Modelle ersetzt werden.

Wer sich für eine Gebrauchtimmobilie interessiert, sollte daher wissen, wann die Heizung installiert wurde, denn der verpflichtende Austausch ist oft programmiert. Betroffen sind Konstanttemperaturheizungen, die entweder mit Öl oder mit Gas betrieben werden. Die neuen Besitzer eines älteren Ein- oder Zweifamilienhauses sollten sich daher im eigenen Interesse mit einem SHK-Fachmann vor Ort in Verbindung setzen. Er kann genaue Angaben darüber machen, wie alt der Heizkessel ist und ob die Anlage erneuert werden muss. Auch zu effizienten Heiztechniken, zu modernen Brennwertgeräten und staatlichen Förderungen berät der Profi. Doch nicht alle Heizungen müssen ausgetauscht werden. Es gibt einige Ausnahmen, die nachfolgend aufgeführt sind.

Leistung: Von der Tauschpflicht ausgenommen sind etwa Heizkessel mit weniger als vier beziehungsweise über 400 Kilowatt Leistung. Sie dürfen weiter betrieben werden.

Warmwasser: Ausgenommen vom Tausch sind auch Anlagen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen. Küchenherde und Geräte, die für die Beheizung des Raumes sorgen, in dem sie aufgestellt sind, müssen ebenfalls nicht getauscht werden.

Brennwert: Brenn- und Niedertemperaturkessel haben einen besseren Wirkungsgrad und werden deswegen auch weiterhin akzeptiert. Auf dem aktuellen Stand sind aber nur Brennwertkessel. Sogenannte Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen getauscht werden.

Befreiung: Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sind dann von der Austauschpflicht befreit, wenn sie bereits am 1. Februar 2002 das Eigenheim oder eine Wohnung in einem Zweifamilienhaus selbst genutzt haben.

Besitzerwechsel: Kommt es zu einem Eigentümerwechsel, endet die Befreiung von der Austauschpflicht. Der neue Hausreigentümer muss den alten Kessel dann mit einer Frist von zwei Jahren durch ein neues Heizsystem ersetzen. Wer einen Kessel besitzt, der vor 1985 installiert wurde oder sich unsicher ist, welcher Kesseltyp mit welchem Baujahr installiert ist, sollte das Gespräch mit den SHK-Fachmännern vor Ort suchen. Die Handwerksprofis informieren interessierte Hauseigentümer gerne über das Alter und den Typ der bestehenden Heizungsanlage. Sie wissen genau, ob diese austauschpflichtig ist oder nicht. Zudem beraten die Experten vor Ort zu modernen und energieeffizienten Heizungssystemen, deren Einbau sie genauso übernehmen wie deren Wartung. red

Weitere Informationen zum Thema Heizung und Kesseltausch gibt es im Internet unter der Adresse www.wasserwaermeluft.de.