Lebensretter an der Raumdecke

SICHERHEIT  Tipps zum Anbringen von Rauchmeldern

Von Katja Fischer, dpa

Lebensretter an der Raumdecke

Rauchmelder lassen sich mit den dem Gerät beiliegenden Schrauben und Dübeln oder einem dafür vorgesehenen Klebe- oder Magnetpad montieren.

Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

 

Rauchmelder können Leben retten. Sie registrieren, wenn giftige Rauchgase entstehen und wecken die Bewohner mit einem schrillen Ton sogar aus dem Tiefschlaf auf. Sogenannte Rauchwarnmelder, die selbst Alarm schlagen und das Signal nicht erst an eine Hausanlage leiten, sind in Neubauten bereits Pflicht, in vielen Bundesländern auch in Altbauten − auch in Baden-Württemberg. Wichtig ist, dass sie an der richtigen Stelle im Raum hängen. Die lebensrettenden Tipps zur Verteilung im Haus und dem Anbringen in einzelnen Zimmern:

Die??Pflicht: Rauchwarnmelder gibt es am besten an mehreren Stellen in der Wohnung oder im Haus. "Unerlässlich sind sie im Schlafzimmer", sagt Carsten Wege, Geschäftsführer des Bundesverbandes Brandschutz-Fachbetriebe in Berlin. "Denn im Schlaf können Menschen den Rauch gar nicht oder nur eingeschränkt wahrnehmen. Sie würden im Brandfall einfach weiterschlafen." Weitere Rauchmelder muss es in Fluren, die als Rettungswege dienen, und in Kinderzimmern geben.

Die Kür: Auch in Aufenthaltsräumen sind Rauchmelder sinnvoll. "In den meisten Bundesländern außer Berlin und Brandenburg sind Rauchmelder im Wohnzimmer zwar nicht vorgeschrieben", erklärt Claudia Groetschel von der Initiative "Rauchmelder retten Leben". Sie rät, dennoch freiwillig welche anzubringen. "Denn die Brandgefahr durch Kerzen und elektrische Geräte ist gerade in Wohnzimmern besonders hoch." Auch im Keller und unter dem Dach sind die kleinen Geräte hilfreich. "Für größere Wohnungen oder Einfamilienhäuser bieten sich funkvernetzte Rauchwarnmelder an", ergänzt Wege. Dann hören die Bewohner den Alarm auch dann, wenn er in einem weiter entfernten Raum ausgelöst wird.

Küche und Bad: Räume wie Küche und Bad, in denen oft starker Dampf, Staub oder Rauch entstehen, sind für normale Rauchmelder ungeeignet, weil sie dort leicht Fehlalarme auslösen. Hier empfehlen sich sogenannte Wärme- oder Hitzemelder.

Normale Raummaße: In Zimmern mit einem gewöhnlichen Grundriss kommen die Geräte an die Decke in der Raummitte, erklärt Groetschel. Sie müssen mindestens 50 Zentimeter von Hindernissen wie Raumteilern entfernt sein. Ungünstig wäre es, sie in der Nähe von Luftschächten oder Bereichen mit starker Zugluft anzubringen. Das verfälscht die Messergebnisse.

Große und hohe Räume: "In den meisten Zimmern genügt ein Rauchmelder", sagt Herbert Lintz von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Sind Räume aber größer als 60 Quadratmeter, ist für jede weitere 60 Quadratmeter ein zusätzlicher Rauchmelder in der jeweiligen Flächenmitte erforderlich. "Ist ein Raum höher als sechs Meter − was bei üblichen Wohnungen nie der Fall ist −, sollten Rauchmelder in verschiedenen Höhen angebracht werden." Flure können aber diese Höhe erreichen.

Geteilte Zimmer: Ist ein Zimmer durch deckenhohe Teilwände oder durch Möbel unterteilt, sollte jeder Raumteil überwacht werden. Denn die Teilung kann dazu führen, dass der Rauch nicht bis zu einem einzigen Melder im Raum gelangt. Gibt es eine Galerie mit einer Fläche von mehr als 16 Quadratmetern und ist dieses Bauteil entweder länger und breiter als zwei Meter, sollte zusätzlich an der Unterseite der Galerie ein zweiter Rauchmelder hängen.

Lange Flure: Bei sehr langen Fluren kommen am besten mehrere Geräte zum Einsatz. Der Abstand zwischen zwei Rauchmeldern darf höchstens 15 Meter betragen, der Abstand zur jeweiligen Stirnseite des Flures höchstens 7,50 Meter.

Dachschrägen: In Räumen mit Dachschrägen können sich in der Dachspitze Wärmepolster bilden, aber der Rauch gelangt zunächst nicht in diese Spitze. Daher würde ein dort angebrachter Rauchmelder einen Brand zu spät erkennen. "Daher sollte er in Dachschrägen 50 Zentimeter Abstand von der Deckenspitze haben", erklärt Lintz.

Montage: Rauchmelder lassen sich ohne handwerkliches Geschick mit wenigen, dem Gerät beiliegenden Schrauben und Dübeln oder einem dafür vorgesehenen Klebepad montieren. Aber: Der Eigentümer trägt die Verantwortung für Installation und Wartung der Geräte, als Vermieter auch gegenüber seinen Mietern. Er kann einem Dienstleister die professionelle Installation der Melder sowie die regelmäßige jährliche Wartung übertragen, so dass diese auch rechtssicher dokumentiert wird.