Garten Gottes auf der Buga

Heilbronn  Mehrere Kirchengemeinden aus Heilbronn planen auf der Buga einen gemeinsamen Garten. Jetzt haben sie symbolisch ein erstes Apfelbäumchen gepflanzt.

Von Kilian Krauth

Garten Gottes in der Buga

"Komm, bau' ein Haus, das uns beschützt. Pflanz' einen Baum, der Schatten wirft. Und beschreibe den Himmel, der uns blüht." Mit programmatischen Liedern, aber auch mit Gießkannen und Schaufeln unterstützte eine Heerschar kleiner Sänger, respektive der zwei Dutzend Stimmen starke Kinderchor der Neuapostolischen Gemeinde, allerhand Erwachsene bei einer Baumpflanzung im Buga-Gelände.

Im bisher noch kaum zu erahnenden "Paradiesgärtlein" begannen mit dem symbolischen Setzen eines Apfelbaums die Gestaltungsarbeiten für den 1000 Quadratmeter umfassenden spirituellen Garten der Kirchen. Unter dem Motto "Leben schmecken" will er laut den Projektleitern Peter Seitz und Esther Sauer mit Installationen und christlichen Symbolen, Veranstaltungen und Aktionen zum Verweilen und Verschnaufen einladen, aber auch neugierig machen und zum Dialog auffordern.

Soziale und ökologische Fragen sollen im Vordergrund stehen

Grundidee ist es laut Seitz, "die Erde und alles Leben als Schöpfung, als großen Garten Gottes" und als Geschenk zu begreifen, das erhalten und wertgeschätzt werden muss. In diesem Sinne würden nicht nur ökologische, sondern auch soziale Aspekte und Fragen der Ernährung thematisiert.

Münsterpfarrer Roland Rossnagel sprach von einem "Ort, wo Menschen sich an Wasser, Sonne und Früchten freuen können und kosten, wie gut das Leben schmeckt". Sein Kollege Erhard Mayer spendete mit Worten des Liedermachers Hanns Dieter Hüsch den Segen. Zwischen dem ersehnten Frühlingserwachen und dem oft zerstörerischen Tun der Menschen reflektierte Buga-Chef Hanspeter Faas den Umgang mit der Natur.

Mehr zum Thema: Auf fast 1000 Quadratmetern planen die Kirchen ein Angebot auf der Buga

Er forderte "weniger Quantität, mehr Qualität". Die Buga käme diesem Gedanken nahe: durch die dichte und damit ressourcenschonende Stadtausstellung, durch Seen aus Oberflächenwasser oder etwa durch Beiträge wie den der Kirchen. Der spirituelle Garten wolle die Besucher zur Ruhe bringen, aber auch "zusammenbringen und für die Schöpfung sensibilisieren". An der Schnittstelle zwischen Stadt- und Gartenausstellung wachse ihm eine wichtige Schlüsselrolle zu.

Kirchliches Projekt soll einen sechsstelligen Betrag kosten

Garten Gottes in der Buga
Mit Gießkannen und Schaufeln, aber auch mit tollen Liedern klinkte sich der Kinderchor der Neuapostolischen Kirche in die Baumpflanzung ein. Foto: Mario Berger  

Für die Pläne waren vier Büros zu einem Wettbewerb geladen, aus dem Landschaftsarchitektin Cornelia Biegert aus Bad Friedrichshall als Siegerin hervorging. Umgeben werde der mit 1700 Pflanzen bestückte Garten von einem Vegetationsband aus Pappeln, weiß blühenden Stauden und teils alten Platanen.

Den Mittelpunkt bildet als Symbol des Glaubens ein Kreuz aus dunklen Platten, an dessen Schnittstelle eine 70 Quadratmeter große Bühne für Aktionen, Andachten und Kulturveranstaltungen steht. Eine lange Tafel und eine große Löffel-Skulptur des Karlsruher Künstlers Hans Wetzl wollen zum Essen und Austausch einladen, eine Wasserschale aus Cortenstahl zur Meditation. Eine Glocke macht auf Veranstaltungen aufmerksam. An einer Schreib- und Kerzenwand können Besucher Wünsche, Gebete und Gedanken hinterlegen.

Das auf einen sechsstelligen Betrag bezifferte ökumenische Projekt wird maßgeblich getragen von der evangelischen und der katholischen Kirche sowie der Evangelisch-methodistischen, der Syrisch-orthodoxen, der Neuapostolischen und der Baptistenkirche. Das umfangreiche Programm sollen neben Profis bis zu 300 Ehrenamtliche bewältigen.

 

Wer will sich engagieren?

Das vielfältige Kirchenprogramm auf der Buga wird schon seit Monaten von mehreren Projektteams vorbereitet. Zur Durchführung werden noch Ehrenamtliche in allen Altersklassen gesucht, die als Ansprechpartner für Besucher mitmachen. Nähere Infos im Internet unter www.kirche-buga2019.de.

Wer sich engagieren möchte, melde sich bei Esther Sauer von der evangelischen Projektleitung unter Telefon 07131 99101-20, sowie E-Mail esther.sauer@elkw.de oder bei Peter Seitz von der katholischen Projektleitung, Telefon 07131 2086142, E-Mail peter.seitz@drs.de.