Konflikt um Tierheim-Neubau

Region - Die Heilbronner Stadtverwaltung hat jetzt einen Vorschlag zur Finanzierung des rund vier Millionen Euro teuren Tierheim-Neubaus erarbeitet. Demzufolge würde die Stadt 1,38 Millionen Euro bezahlen und ein Grundstück zur Verfügung stellen. Die Landkreis-Kommunen lehnen den Vorschlag bislang ab und fordern einen höheren Anteil der Stadt.

Von Reto Bosch

Brunnet: Vorschlag nicht akzeptabel
Im Tierheim werden Katzen und Co. auch medizinisch versorgt.Foto: Sawatzki

Region Stadt - Knapp 1,4 Millionen Euro plus Grundstück: Heilbronns Bürgermeister Harry Mergel hat einen Vorschlag präsentiert, in welcher Form sich die Stadt am Tierheim-Neubau beteiligen könnte. Der Tierschutzverein ist mit dem Modell einverstanden. Widerstand kommt aber von den Landkreis-Kommunen. "Dieser Vorschlag ist nicht akzeptabel", sagt Harry Brunnet, Vorsitzender des Gemeindetag-Kreisverbands Heilbronn.

Das Mergel-Modell fußt auf drei Säulen:

Verein: Der Tierschutzverein als Bauherr trägt rund eine Million Euro. Ein möglicher Landeszuschuss von maximal 100 000 Euro würde dem Vereinsanteil zugerechnet. Von den Gesamtkosten blieben dann noch 3,4 Millionen Euro zu decken.

Stadt: In den Böllinger Höfen stellt die Stadt ein Grundstück zur Verfügung. Nach eigenen Angaben hat dies einen Verkehrswert von 400 000 Euro. Für die restliche Summe von drei Millionen Euro strebt Mergel "eine faire Aufteilung" zwischen Stadt und Landkreis-Kommunen an. Maßgebend soll sein, in welcher Zahl Fundhunde in die Einrichtung gebracht werden. Demzufolge würde die Stadt 46 Prozent der verbleibenden drei Millionen Euro übernehmen: also 1,38 Millionen Euro.

Landkreis: Für die Städte und Gemeinden im Landkreis blieben 1,62 Millionen Euro.

Die Vertreter der Landkreis-Kommunen sind zwar über diese Zahlen informiert. Auf einen gemeinsamen Vorschlag konnten sie sich in den Verhandlungen mit der Stadt aber nicht einigen. Harry Brunnet erklärt warum: Der städtische Beitrag ist ihm zu klein. "Die Erlöse aus der Verwertung des Altgrundstücks müssen eingerechnet werden." Schließlich könne die Stadt das Grundstück in der Wimpfener Straße nur dann verkaufen, wenn es zu einem Neubau kommt. Nach dieser Rechnung würde sich der Anteil der Kreis-Kommunen deutlich reduzieren. Und Brunnet betont: Wenn die Stadt nicht nachbessert, ziehen sich die Landkreis-Kommunen eventuell auf ihr früheres Angebot zurück, das einen Beitrag von höchstens einer Million Euro vorsieht. Harry Mergel beurteilt die Sachlage anders und hält sein Modell für ausbalanciert. Der Anteil der Landkreis-Kommunen mache 4,91 Euro pro Einwohner aus, in der Stadt seien es 14,56 Euro. "Wir machen den Vorschlag im Bewussstein unserer besonderen Verantwortung."

Spenden

Silke Anders, Vorsitzendes des Tierschutzvereins Heilbronn und Umgebung, kann mit Blick auf den eigenen Verein mit der Aufteilung leben. "Wir werden versuchen, das Geld zusammenzubekommen." Sicher verbuchen kann Anders den Erlös aus der Stimme-Spendenaktion, der derzeit gut 330 0000 Euro beträgt. Dazu kommen 15 000 Euro von einem weiteren zweckgebundenen Konto und der Zuschuss vom Land: maximal 100 000 Euro. Zwei größere Erbschaften sind dem Verein angekündigt, aber noch nicht zugeteilt worden. Fließt auch dieses Geld, wäre die Strecke zur Million nicht mehr ganz so weit. Anders weist darauf hin, dass nicht alle Rücklagen in den Neubau fließen können. Schließlich muss auch der stark von Spenden abhängige laufende Betrieb gesichert sein.

Die Fraktionen im Heilbronner Gemeinderat werden am 22. Juli über das Finanzierungsmodell beraten, dann müssen die Gemeinderäte der Landkreis-Kommunen ihren Beitrag festlegen. Vor der Sommerpause dürfte das nicht mehr flächendeckend gelingen. Frühestens in der zweiten Hälfte 2011 könnten die Bauarbeiten beginnen.