Kompakt, sparsam, schick

KIA NIRO  Unterwegs im Hybrid-Modell − Preise beginnen bei 24?990 Euro

Von unserem Redakteur Alexander Rülke

Kompakt, sparsam, schick

Bis 2020 soll die Kia-Palette elf emissionsarme Fahrzeuge umfassen. Mit deren Hilfe soll der Flottenverbrauch um 25 Prozent gesenkt werden. "Diese Absenkung ist nur möglich mit neuen Technologien", sagt Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Deutschland. Gemeint sind Autos mit vollelektrischem Antrieb, Hybride und Plug-in-Hybride.

Mit dem Niro (ab 24990 Euro, voll ausgestattet kostet er rund 10000 Euro mehr) haben die Koreaner nach eigenen Worten den "ersten Crossover mit Hybridantrieb, der auch noch schön ist" entwickelt. In der Tat ist die Optik des 4,36 Meter langen Fünftürers gelungen. Das Auto wirkt modern und versprüht keinen "Schaut her, ich bin ein Spritspar-Modell"-Charme, wie das teilweise bei Wettbewerbern der Fall ist. Stattdessen gibt es den Kia-typischen Frontgrill, hoch positionierte Scheinwerfer, eine muskulöse Motorhaube sowie breite C-Säulen und ein Heck mit Dachspoiler und Diffusor. Für den passenden Offroad-Look sorgt die umlaufende schwarze Kunststoff-Beplankung.

Rundum gelungen auch der Innenraum: Der Materialmix aus weichem Leder, schwarzen Klavierlackblenden, Alu-Pedalen und dem dicken Wählhebel für das Doppelkupplungsgetriebe passt. Der Fahrer blickt auf stylische weiße Anzeigen, kann seinen Sitz kühlen und das griffige Lenkrad wärmen lassen und findet dank Smartphone-fähigem Navigationssystem mit Acht-Zoll-Display stets den Weg. Doch es gibt auch noch Verbesserungspotenzial: Der grobschlächtige Fußhebel für die Feststellbremse passt eigentlich nicht in solch ein schickes Auto. Und die Öffnung des Schiebedachs ist in Zeiten von riesigen Panoramafenstern relativ klein geraten.

Hervorragend ist das Platzangebot: Vier Insassen haben es bequem, selbst wenn vorne große Menschen sitzen. Hier macht sich der üppige Radstand von 2,70 Meter bemerkbar. In den Kofferraum passen 436 bis 1434 Liter, auch das ist ein guter Wert − da sich die Batterie platzsparend unter der Rücksitzbank befindet.

Doch nun zum Antrieb. Beim Niro kombiniert Kia einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner samt 105 PS mit einem 43,5 PS starken Elektromotor. Daraus generieren die Asiaten eine Systemleistung von 141 PS und 265 Newtonmeter Drehmoment. Das reicht, um im Verkehr ordentlich mitzuschwimmen. Dynamische Ansprüche werden hingegen nicht bedient − 11,5 Sekunden für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 sprechen hier eine deutliche Sprache. Doch der Hybrid soll ja auch kein Sportwagen sein, sondern beim Spritsparen helfen. Und das funktioniert: Bei Testfahrten im Stadtverkehr vermeldete der Bordcomputer Werte zwischen 3,6 und 4,2 Litern − nah dran am Normverbrauch von 3,8 Litern (CO2-Emission: 88 Gramm pro Kilometer, mit 16 Zöllern. Mit 18-Zöllern steigt der Wert auf 4,4 Liter, 101 g/km).

Gerade im Stop-and-Go-Verkehr kann die Hybridtechnik ihre Vorteile ausspielen und lässt den Fronttriebler teilweise voll elektrisch anrollen, unterstützt beim sanften Beschleunigen und rekuperiert beim Bremsen, sprich Energie fließt dann wieder in die Batterie zurück. Doch wer mit dem Niro auf Landstraßen und der Autobahn unterwegs ist, muss mit deutlich höheren Verbräuchen rechnen.

Übrigens ist der Niro auch als Plug-in-Version verfügbar, die an der Steckdose aufgeladen werden kann und rein elektrisch 58 Kilometer weit kommen soll. Preis des Niro Plug-in-Hybrid: ab 32350 Euro.

 

Kompakt, sparsam, schick
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Sauber verarbeitet, hochwertig eingerichtet, umfangreich ausgestattet, sparsam im Alltagsbetrieb − Kia macht mit dem Niro (mal wieder) vieles richtig.

Fotos: Kia