Computer - Internet: Stricken war gestern

Die Senioren-Community im Internet wächst
(tsch) Die Zeiten, da Oma es sich mit dem Strickstrumpf auf der Ofenbank gemütlich machte und achtgeben musste, dass sich der Kater auf ihrem Schoß nicht in der Wolle verhedderte - die existieren vielleicht hier und da noch. Aber typisch ist das nicht mehr! Der Vormarsch der Generation Rüstig-Plus, jener kaufkräftigen Zielgruppe der so genannten Best Ager, ist in aller Munde und seit einer Weile auch im Internet nachvollziehbar. Neben Initiativen, die sich dafür einsetzen, Menschen jenseits der 50 die Phobie vor der technischen Innovation zu nehmen und sie ans Internet heranzuführen, vernetzen sich die Silver Surfer zunehmend selbst im World Wide Web. Die 50- bis 59-Jährigen sowieso, doch auch die Älteren motivieren sich gegenseitig zum Mausklick.

Von Petra Fürst (teleschau - der mediendienst)

(tsch) Die Zeiten, da Oma es sich mit dem Strickstrumpf auf der Ofenbank gemütlich machte und achtgeben musste, dass sich der Kater auf ihrem Schoß nicht in der Wolle verhedderte - die existieren vielleicht hier und da noch. Aber typisch ist das nicht mehr! Der Vormarsch der Generation Rüstig-Plus, jener kaufkräftigen Zielgruppe der so genannten Best Ager, ist in aller Munde und seit einer Weile auch im Internet nachvollziehbar. Neben Initiativen, die sich dafür einsetzen, Menschen jenseits der 50 die Phobie vor der technischen Innovation zu nehmen und sie ans Internet heranzuführen, vernetzen sich die Silver Surfer zunehmend selbst im World Wide Web. Die 50- bis 59-Jährigen sowieso, doch auch die Älteren motivieren sich gegenseitig zum Mausklick.

Computer - Internet: Stricken war gestern
Omas Surfbrett ist eine private Homepage und eine der beliebtesten Anlaufstellen für betagtere Anfänger im Web.  www.omas-surfbrett.de
Eine von diesen Engagierten ist Anne Pöttgen. Ihre Homepage www.omas-surfbrett.de ist inzwischen sehr populär und nicht nur für "Frauen 60 plus" zu empfehlen, zu denen die Webmasterin gehört und die sie auch als Zielgruppe definiert. Auch wer für Katzen, Kultur und Ehrenamt ("Themen, die mich selbst interessieren") nicht so viel übrig hat, der kann in Anne Pöttgens "Net(t)Klatsch" etwas für sich entdecken. Denn hier erklärt sie Begriffe wie "Webserver", "Screenshot" oder "Podcast", gibt Tipps zu Suche und Sicherheit im Internet: "Von Viren, Würmern und Trojanischen Pferden - Wer sich mit diesen Viechern beschäftigt, lernt nie aus." Das macht sie immer übersichtlich, verständlich und humorvoll, ohne die Online-Oberlehrerin zu spielen. Außerdem ist ihre unkomplizierte ("Javascripts und Applets gibt es sowieso nicht bei mir") Webseite äußerst benutzerfreundlich: "Falls Sie den Internet-Explorer oder Mozilla-Firefox nutzen, können Sie die Schrift weiter vergrößern, indem Sie unter 'Ansicht' - 'Schriftgrad' auswählen."

Das "SeniorenNet" ist "das Netz für Leute ab 50 von Senioren für Senioren". Der Link www.seniorennet.de führt zum Deutschland-Portal der in zehn regionale Gruppen eingeteilten Community. Wer sich noch nicht fit genug fühlt, um alleine durchs Netz zu streunen, hat vielleicht die Möglichkeit, sich einer dieser Gemeinschaften anzuschließen. Über Links sind auch deren eigene Seiten aufzurufen. "Die Interessengemeinschaft 'SeniorenNet' hat das Ziel, Seniorinnen und Senioren den Einstieg in die Welt der neuen Medien zu erleichtern. Wir möchten, dass auch ältere Menschen den Computer als selbstverständliches Instrument ihres Alltags aktiv und kreativ nutzen." Senioren helfen sich dort gegenseitig, tasten sich an den Umgang mit dem Internet heran, tauschen Erfahrungen aus und wenden das Gelernte gleich an.

Die Seite www.juelich.de/senioreninsnetz beschreibt ein Modellprojekt der Stadt Jülich, mit dem Menschen über 55, die jenseits von Ballungsräumen leben, ans Netz geholt werden sollten. Sie begleitete das Projekt mit verschiedenen Services, und die Senioren konnten ihre frisch erworbene Internetkompetenz unter Beweis stellen: zum Beispiel im Onlinekochbuch, einer Künstlergalerie oder mit Reiseberichten. Seit Ende der offiziellen dreijährigen Laufzeit (2003) dient die Webpage aber nicht nur der Dokumentation, sondern nach wie vor als Plattform zum Erfahrungs- und Informationsaustausch.

Unter den Neuheiten für Senioren im Netz gibt es mit www.cranky.com seit kurzem sogar eine Suchmaschine, die speziell für die Bedürfnisse älterer Surfer eingerichtet ist. Das US-Medienunternehmen Eons arbeitete dafür mit Marktforschern zusammen. Es wurden die 5.000 Webseiten gesichtet, die bei Menschen ab 45 am beliebtesten sind, sodass die Suchergebnisse bereits zu dieser Gruppe passen. Außerdem unterscheidet sich "Cranky" von anderen Suchmaschinen in der Darstellungsweise: Um den rüstigen User nicht gleich mit einer schier unendlichen Liste von Links zu erschlagen, werden nur vier Ergebnisse pro Seite angezeigt, die anschließend auch bewertet werden können. So kann Einfluss auf die Rangordnung genommen nehmen. Mit der Bezeichnung "cranky" (launisch oder reizbar) soll übrigens nicht die Zielgruppe beleidigt werden. So fühlte sich Eons-Gründer Jeff Taylor angeblich immer, wenn er sich mit einer Flut von Suchergebnissen konfrontiert sah ... Außerdem entdeckte er darin den Begriff "Rank": Rang.

Wer schon souverän herumsurft und auch weniger auf der Suche nach Anleitung als nach Inhalten ist, die seinen Interessen entsprechen, der könnte zum Beispiel bei www.planetsenior.de fündig werden. Hier gibt es Wissenswertes und Nützliches zu Themen wie Gesundheit, Finanzen, Freizeitgestaltung oder Seniorenjobs. Unter der Rubrik Nachrichten sind die Meldungen auf verschiedene Arten abrufbar: nach Quelle, Thema, Tag oder auch auf Englisch. "Das unabhängige Internet-Portal für Individualisten" - bei www.seniorweb.uni-bonn.de - ist ebenfalls "von, für und über ältere Menschen!" Hier sind vor allem Links zu zielgruppenspezifischen Themen versammelt, um Senioren sogar weltweit zu vernetzen - wie sich's gehört im World Wide Web!

weiterführende Links:


Computer - Internet: Stricken war gestern
Über eine Linksammlung auf www.seniorweb.uni-bonn.de können Senioren Kontakte in aller Welt knüpfen.  www.seniorweb.uni-bonn.de
Computer - Internet: Stricken war gestern
Das "SeniorenNet" will künftigen Silver Surfern den Einstieg ins Netz erleichtern.  www.seniorennet.de
Computer - Internet: Stricken war gestern
Die Webseite www.juelich.de/senioreninsnetz dokumentiert ein Modellprojekt der Stadt Jülich, das ältere Menschen mit dem Internet vertraut machte.  www.juelich.de/senioreninsnetz/lebenstraeume/startseite.htm