Meineid-Prozess gegen früheren Mercedes-Manager

Stuttgart - Der Meineid-Prozess gegen einen früheren Topmanager von Mercedes-Benz wird neu aufgerollt. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag) berichten, findet die Berufungsverhandlung gegen den langjährigen Inlandsvertriebschef vom 21. April an vor dem Landgericht Stuttgart statt. Für den Prozess seien insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt, sagte eine Sprecherin des Gerichts dem Blatt.

Der frühere Manager war im Oktober vergangenen Jahres vom Stuttgarter Amtsgericht zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er als Zeuge im Prozess gegen einen Graumarkthändler im Jahr 2002 unter Eid die Unwahrheit gesagt hatte. Er habe von Graumarktgeschäften gewusst, dies aber damals vor Gericht bestritten und damit zur Verurteilung des Graumarkthändlers wegen Betrugs mit beigetragen, befand das Gericht. Der Anwalt des Managers hatte bereits kurz nach dem Urteil angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Es gehe um die Ehre seines Mandanten, sagte er.

Fristlose Kündigung

Der heute 62-Jährige war von 1993 bis 2005 Chef des Inlandvertriebs von Mercedes. Ende 2005 wurde er von der Führung der damaligen DaimlerChrysler AG laut Zeitung wegen Unregelmäßigkeiten fristlos entlassen, einigte sich mit dem Konzern später allerdings außergerichtlich auf eine Abfindung. Er arbeitet momentan als Berater in München. lsw




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