Hebammenstreik im Südwesten beendet



Sigmaringen - Die freiberuflichen Hebammen in Baden-Württemberg haben ihre mehrwöchige Protestaktion an wechselnden Orten beendet. Die Geburtshelferinnen hatten damit auf ihre Situation aufmerksam gemacht und für eine höhere Vergütung demonstriert. Zuletzt legten die Hebammen in der Region Sigmaringen am Donnerstag die Arbeit nieder. „Es haben sich viele Hebammen beteiligt, eine Nothilfe für eilige Geburten war aber sichergestellt“, sagte die örtliche Vertreterin Sylvia Hunt. „Aber unsere Situation muss sich einfach verbessern, auch im Interesse einer Versorgung schwangerer Frauen, gerade in ländlichen Gebieten.“

Bundesweit fordern die Hebammen spürbar höhere Einkünfte. Die nächsten Streikaktionen soll es in Thüringen geben. Die erste Vorsitzende des Landesverbands, Ulrike Geppert-Orthofer, wertete den Streik in einem Interview der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstag) als Erfolg: „Wir haben viel Unterstützung aus der Bevölkerung erfahren.“ Die Reaktion der Krankenkassen auf den „letzten Hilfeschrei“ sei bisher aber verhalten. Es bleibe bei einer Forderung nach einer 30-Prozent-Erhöhung für die Hebammen. Nach Verbandsangaben liegt der Stundenlohn bei 7,54 Euro brutto.

Ähnlich äußerte sich ihre Stellvertreterin Marianne Dirks, die der Nachrichtenagentur dpa sagte, nun müsse Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) etwas für die freiberuflichen Hebammen tun. Das hätten schon seine Vorgänger versprochen - doch letztlich sei die Situation der Geburtshelferinnen nicht viel besser geworden, zumal etwa höhere Kosten für die Haftpflichtversicherung in diesem Jahr weitere Probleme bereitet habe. lsw




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