Bester Hubschrauberpilot gesucht

Von Julia Schweizer

Mit einem Wettbewerb im Navigationsflug hat die Offene deutsche Hubschraubermeisterschaft am Freitag in Mengen (Kreis Sigmaringen) begonnen. Dabei mussten die Piloten in einer festgelegten Zeit in einem Umkreis von 100 Kilometern ausgelegte Zeichen


Mengen - Mit lautem Rattern startet der Hubschrauber. Jetzt muss alles sehr schnell gehen: In maximal 55 Minuten müssen die Piloten im Umkreis von 100 Kilometern mehrere Luftfahrtzeichen finden, wieder zum Flugplatz zurückkehren, dort Säcke und Kegel auf Markierungen abwerfen und anschließend sicher landen. Keine leichte Übung, doch die 19 Teams aus je einem Piloten und einem Copiloten wollen nichts weniger, als Deutsche Meister werden. Am Freitag hat in

Mengen (Kreis Sigmaringen) die Offene Deutsche Hubschraubermeisterschaft begonnen, die bis zum Sonntag geht.

„Hilfsmittel wie GPS sind beim Navigationsflug tabu, die Piloten fliegen nur nach Kompass“, erklärt Hubert Gesang vom Deutschen Hubschrauberclub, der die Meisterschaft organisiert. Teams aus Deutschland, der Schweiz, Russland und Großbritannien kämpfen um die Titel.

„Der Navigationsflug ist am schwierigsten“, sagt Pilot Jano von Zitzewitz, der die Starts der Konkurrenten beobachtet. „Man muss alles unter extremem Zeitdruck machen.“ Der 48-jährige Hamburger fliegt seit gerade mal zwei Jahren und startet zum ersten Mal bei den Offenen Deutschen Meisterschaften. Zwei Stunden vor seinem ersten Wettkampfstart wird er langsam nervös. Dabei ist Nervosität das Letzte, was ein Pilot haben darf.

„Ein Hubschrauberpilot muss sich gut konzentrieren und ruhig und überlegt handeln können“, sagt er. Das sei vor allem für die weiteren Disziplinen der Meisterschaft wichtig. Für von Zitzewitz sind vor allem der Schwebeflug und das sogenannte Fender-Rigging Herausforderungen. Dabei muss der Co-Pilot dreimal einen Fender - eine Art großen Luftballon - in drei Kunststofftonnen versenken. Das ist Millimeterarbeit für den Piloten und seinen Kollegen im Cockpit.

Viel Gelegenheit zum Üben hatte Hobbypilot von Zitzewitz nicht, denn eine Flugstunde im Helikopter kostet rund 300 Euro. Das können sich viele der Piloten nicht allzu oft leisten. „Wir werden die Übung heute erst zum zweiten Mal fliegen“, sagt er. Gemeinsam mit Markus Haake tritt er in der Juniorenklasse für die Anfänger an.

Der erste Hubschrauber kehrt wieder zurück zum Flugplatz. Nachdem er eine erste Linie überflogen und einen ersten Sack auf eine Markierung abgeworfen hat, läuft wieder die Zeit. In exakt 60 Sekunden - nicht schneller und nicht langsamer - muss er nun ein Rechteck ausfliegen und den zweiten Sack abwerfen. Doch der Pilot ist zu schnell und muss seinen Hubschrauber vor der Ziellinie fast still in der Luft halten, bis am Boden das Ende der 60 Sekunden angezeigt wird. Zum Schluss muss er einen Kegel an einem Seil in einer Holzkonstruktion versenken. Dann heißt es, sicher auf einer Markierung zu landen.

Kaum zurück am Boden, geht es dann ins „Gefängnis“. Erst wenn das letzte Team gestartet ist, dürfen alle anderen, die bereits geflogen sind, aus dem Frühstücksraum des Flugplatzhotels wieder raus und auch ihre Handys wieder benutzen. „So kann keiner einem anderen Team Tipps geben“, erklärt Hubert Gesang. Da halte man sich streng an die Regeln. Schließlich geht es um einiges: Die Cockpit-Teams haben mit ihrer Teilnahme an der Meisterschaft in Mengen die Chance, sich für die Nationalmannschaft ihres Herkunftslandes zu qualifizieren und bei der Weltmeisterschaft in Russland anzutreten. Dann aber werden die Übungen noch schwieriger sein.





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