Bühlerhöhe schließt - Eine Ära geht zu Ende

Luxusherberge Schlosshotel Bühlerhöhe schließt Stuttgart - In dürren Worten hatte die spanische Hotelkette NH Hoteles am Dienstag verkündet, die Verluste seien nicht mehr tragbar, man wolle sich aus dem Geschäft zurückziehen. "Für uns ist das ein herber Verlust - die Bühlerhöhe ist ein Vorzeigeobjekt für die ganze Region", sagte die Baden-Badener Tourismus-Chefin Brigitte Goertz-Meissner.

"Dass die Bühlerhöhe monatelang geschlossen bleibt, können wir nicht glauben", sagte ein Sprecher der Stadt Baden-Baden, von der das von Luxusfreunden und Prominenten gern gebuchte Haus nur 15 Kilometer entfernt ist. "Dass das Haus so schnell schließt, hat uns alle überrascht", sagte Goertz-Meissner. Auch der Präsident des Tourismusverbandes Baden-Württemberg, Ernst Pfister, reagierte überrascht. "Die Bühlerhöhe ist und war ein Flaggschiff für die Hotellerie und Gastronomie in Baden-Württemberg", sagte der FDP-Politiker und Wirtschaftsminister des Landes den "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwoch).

Die Pflicht, alles ordentlich abzuwickeln

"Wir haben die Pflicht als Arbeitgeber, das nun ordentlich abzuwickeln", sagte der Geschäftsführer von NH Hoteles Deutschland, Jan Hein Simons. Für die Zukunft der Fünf-Sterne-Herberge an der Schwarzwaldhochstraße gibt es nun viele Möglichkeiten: Denkbar seien Konzepte in Richtung Wellness oder Schönheit. Auch für einen Verkauf an einen Investor ist Hopp offen.

Die Lage des Hotels in 800 Metern Höhe ist zwar idyllisch und prachtvoll, aber auch ein wenig ab vom Schuss. "Nicht jeder hat Lust, von dort wieder hinunter ins Baden-Badener Festspielhaus zu fahren", sagt Goertz-Meissner. Aber mit einem schlüssigen Konzept habe das Hotel auf jeden Fall eine Zukunft.

Krach zwischen Hopp und den Spaniern

Gerüchte um Wohl und Wehe der Bühlerhöhe gab es immer wieder. Von Krach zwischen Hopp und den Spaniern war die Rede. Kritik gab es auch an Hopp selbst, der vom Hotelgewerbe keine Ahnung gehabt haben soll. Der Einstieg von NH wurde von Experten und von Hopp selbst als Fehler gesehen. "Das Segment Luxushotel ist nicht die Stärke von NH Hoteles", erläuterte Wipfler. NH hatte im Zuge der Übernahme der Astron Hotels 2005 den Pachtvertrag für das Schlosshotel übernommen -"übernehmen müssen", wie es Simons formuliert.

Jetzt sind beide Seiten froh: "Hopp, weil seine Vorstellungen mit denen von NH nicht übereinstimmten, und NH, weil sie nie schwarze Zahlen schrieben mit der Bühlerhöhe", sagt Wipfler.

In Baden-Baden liegen Freud und Leid jedoch dicht nebeneinander: Am Mittwoch (16. Juni) wird dort symbolisch der Grundstein gelegt für ein Hotel der Extra-Luxusklasse mitten in der Kurstadt. 2013 soll das Neue Schloss in Betrieb gehen. Goertz-Meissner tröstet das - aber nur ein bisschen: "Das neue Hotel ist ein wunderbares, sehr wünschenswertes und tolles Projekt, auf das wir uns schon lange freuen", sagt sie. Die Bühlerhöhe sei damit aber nicht zu ersetzen. Hopp-Sprecher Wipfler gibt sich zuversichtlich: Hopp brauche jetzt Zeit und Fachleute, die ihn beraten. Klar sei aber: "Verwahrlosen wird die Bühlerhöhe nie." lsw
 




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