Steinmeier vom Stockacher Narrengericht verurteilt

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ist vom Stockacher Narrengericht zu einer «Strafe» von viereinhalb Eimern Wein zu je 60 Liter verdonnert worden. Die 660 Jahre alte Fastnachtsinstitution in dem Städtchen nahe des Bodensees sprach den 55-jährigen

Steinmeier vor Stockacher Narrengericht
Frank-Walter Steinmeier (M) wird in der Jahnhalle zum traditionsreichen Stockacher Narrengericht geführt. 

Westfalen am Donnerstagabend unter anderem des «Verrats an der linken Sache» schuldig, da die SPD in manchen Umfragen von den Grünen überholt werde. Vor rund 1400 Zuschauern erschien Steinmeier zu den Klängen des Spielmannszuges im schwarzen Cut. Auch für die Forderungen der SPD nach der Rente mit 67 und mehr Frauen in Führungspositionen wurde der Oppositionsführer gerügt.

Steinmeier konterte kämpferisch, die Anklage sei steinzeitlich, das hohe Gericht in seiner «Narrenburka» erinnere ihn an «vorgermanische Häuptlinge» und der Ankläger an einen «badischen Westentaschen-Mudschahedin». So abgelegene Orte wie Stockach seien ihm nicht einmal in seiner Zeit als Außenminister untergekommen. Schützenhilfe erhielt Steinmeier vom Fürsprech, der bemerkte, für die Umfragewerte der SPD sei Steinmeier so wenig verantwortlich wie Gregor Gysi für den aktuellen Wirtschaftsaufschwung.

«Das hohe grobgünstige Narrengericht zu Stocken» geht zurück auf den Hofnarren Hans Kuony des Habsburger Herzogs Leopold I. Als Dank für gute Ratschläge erhielt Kuony 1351 das Privileg, jedes Jahr ein Narrengericht abhalten zu dürfen. Auf der Anklagebank saßen seit den 60er Jahren unter anderem Franz Josef Strauß, Hans-Dietrich Genscher, Joschka Fischer, Guido Westerwelle oder Angela Merkel.




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