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Überraschungs-Kandidat für Vorsitz
Von Joachim Rüeck
Parteitag - Diesmal ist es Max Burger-Heidger. Vor einem Jahr war es Memet Kilic. Wenn bei den Südwest-Grünen ein überraschender Bewerber für den Landesvorsitz auftaucht, fällt in Stuttgart im gleichen Atemzug stets ein weiterer Name: Die frühere Landeschefin Sylvia Kotting-Uhl, heißt es bei den Parteilenkern, ringe hinter den Kulissen um Einfluss und platziere einen eigenen Kandidaten. Die Bundestagsabgeordnete, Kopf der Parteilinken, unterstützte die jeweiligen Gegenpole zum dominierenden Reformerflügel. Dass sich Burger-Heidger auf ihre Initiative hin beim Landesparteitag am Wochenende in Heilbronn zur Wahl stellt, bestreitet sie dagegen - wohl wissend, dass die meisten in ihrer Partei vom Gegenteil überzeugt sind.
Die Förderung durch Kotting-Uhl nahm der 52-Jährige Rottweiler Kreisvorsitzende dankbar an. Als Kandidat der Linken möchte er allerdings nicht gelten. „Linke und Reformer wollen im Prinzip das Gleiche“, hat sich Burger-Heidger vorgenommen, integrierend zu wirken. Berührungsängste etwa mit Schwarz-Grün kenne er als „pragmatischer Utopist“ nicht.
Burger-Heidger hat einige Unzufriedenheit mit der Arbeit von Daniel Mouratidis ausgemacht, der vor einem Jahr die Nachfolge von Andreas Braun als Hälfte der Doppelspitze antrat. Seine Kritik konkretisieren will er nicht. Und so gräbt die Konkurrenz dem 30-jährigen Amtsinhaber „keine Sorgenfalten in die Stirn“. Der Backnanger gilt als mit der Berliner Parteizentrale und mit der Landtagsfraktion gut verdrahtet. Auch wenn ihm bisweilen seine Unerfahrenheit zum Vorwurf gemacht wird - Mouratidis ist sich seiner souveränen Wiederwahl sicher.
Während Burger-Heidger seine Chancen als „ganz gut“ sieht, gibt es andere Befürchtungen: Hoffentlich sei sein Wahlergebnis zumindest nicht so schlecht, dass er beschädigt werde, meint ein Mitglied des Landesvorstands. Der Freiberufler mache als Speerspitze in der Grünen-Diaspora Rottweil einen engagierten Job.
Eine Wahl nach Lagern wird es in Heilbronn jedenfalls kaum geben. Und warum trat seit längerem kein echter Bewerber der Linken mehr an? „Wir sind halt relativ wenige“, sagt Syilvia Kotting-Uhl. „Und man überlegt sich eine Kandidatur etwas genauer, wenn man nicht zu der großen Mehrheitsströmung gehört.“
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