Medaillen für Vorbilder

Das Land Baden-Württemberg hat Menschen für ihre Verdienste ausgezeichnet

Von Ralf Strauch und Joachim Rüeck

Medaillen für Vorbilder
Inken Oettinger, Wolfgang Schüssel, Königin Silvia, Günther Oettinger, Krista Schüssel und Gerhard Stratthaus vor dem Schwetzinger Schloss.Fotos: Tobias Schwerdt

Schwetzingen - Erstmals in der Geschichte der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg bildete nicht Ludwigsburg, sondern das Schwetzinger Schloss die prächtige Kulisse für die Überreichung der höchsten Auszeichnung des Landes. „Wir wollten damit zeigen welch Kulturgüter wir auch in Baden haben“, erklärte Ministerpräsident Günther Oettinger den bislang einmaligen Ortswechsel.

Die Beflaggung des Schlosses, die große Polizeipräsenz und nicht zuletzt der Rote Teppich, an dem Männer in den farbenfrohen Uniformen historischer Bürgerwehren Badens Spalier standen, zeigten, welche Prominenz erwartet wurde. Die 27 Auszuzeichnenden, „Weltbekannte, Bekannte und Unbekannte“, wie es Oettinger beschrieb, bescherten der kurpfälzischen Stadt einen enormen Glanz. Königin Silvia von Schweden wurde zweifelsohne bei diesem Staatsakt im Schwetzinger Schlosstheater die meiste Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Die in Heidelberg geborene Königin, die inzwischen traditionell zur Spargelsaison in Schwetzingen weilt, erhielt die höchste Auszeichnung des Landes für ihr Engagement in ihrem Kinderhilfswerk „World Child Foundation“. Sie dankte im Namen aller Ausgezeichneten für die hohe Ehrung, „die für uns nicht Ruhepunkt ist, sondern Ansporn für weiteres Schaffen“.

Zu den Geehrten gehörten auch der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Erfolgsregisseur Roland Emmerich, der frühere Fußballspieler und WM-Botschafter Hansi Müller, Pop-Sänger Xavier Naidoo, der scheidende SWR-Intendant Peter Voß und Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Aber zahlreiche Medaillen gingen auch an Menschen, die kaum im Rampenlicht stehen, aber im Ehrenamt oder Beruf weit mehr als ihre Pflicht erfüllten, unterstrich Oettinger.

„Es sind Vorbilder wie Sie, die darauf verweisen, was die Menschen aus unserem Land und in unserem Land vermögen“, unterstrich der Ministerpräsident. Einen besonders bewegenden Moment verdankte der feierliche Akt einem Mitglied der „Brenz Band“, in der Menschen mit und ohne Behinderung erfolgreich gemeinsam musizieren und deren Leiter Horst Tögel eine Verdienstmedaille erhielt. So überreichte Harald Schmid gegen jedes Protokoll während des Staatsaktes Königin Silvia ein Buch über die Band, das als Widmung einen ganz besonderen Wunsch zum Ausdruck brachte. Die 16 Musiker der Band werden 2008 mit einer mittelalterlichen Kogge über die Ostsee nach Schweden fahren. Spontan gab die Königin da der Bitte des jungen Mannes nach: „Natürlich, wenn Sie in Stockholm sind, kommen Sie unbedingt auf einen Kaffee bei mir im Schloss vorbei.“

Auch mehrere Persönlichkeiten aus der Region wurden mit der Verdienstmedaille geehrt: Lehrer, Schulbuchautor und Politiker ist Rainer Dahlem. Der vielfach ehrenamtlich tätige Schwaigerner, der an der Wilhelm-Maybach-Schule in Heilbronn unterrichtet, ist der dienstälteste Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Gerd Hockenberger setzt sich seit mehr als 40 Jahren für die Interessen der Landwirte ein. Von 1997 bis 2006 war der Sinsheimer Präsident des Landesbauernverbandes.

Frank Höfle ist der erfolgreichste deutsche Behindertensportler im nordischen Skisport. Der Sehbehinderte gewann im Biathlon und Skilanglauf zwölf Goldmedaillen bei Paralympischen Spielen. Der gebürtige Brackenheimer lebt in Isny im Allgäu.

18 000 Tröstebären hat der Verein von Marita Klenk aus Bad Rappenau-Bonfeld bereits unter Kindern verteilt. 1996 gründete sie den Freundeskreis Teddybär, der Notfall- und Rettungsdienste sowie Hilfseinrichtungen in Baden-Württemberg und den benachbarten Bundesländern mit Kuscheltieren ausstattet.

Medaillen für Vorbilder
Auch der GEW-Chef Rainer Dahlem erhielt eine Verdienstmedaille.