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Kampf um Kandidatur hat begonnen
Karlsruhe - In zehn Monaten wird in Karlsruhe gewählt. Nach mehr als 40 Jahren sehen SPD und Grüne am 2. Dezember ihre Chance gekommen, die CDU-Herrschaft im Rathaus der drittgrößten Stadt Baden-Württembergs zu beenden. Amtsinhaber Heinz Fenrich (CDU), der demnächst 68 Jahre wird, tritt aus Altersgründen nicht mehr an. In den Startlöchern sitzen gleich mehrere Bewerber. Konkurriert wird nicht nur zwischen den Parteien, sondern auch in den eigenen Reihen.
Fenrich beerben wollen in der CDU gleich zwei ambitionierte Politiker: Wirtschaftsbürgermeisterin Margret Mergen (50), Heilbronns ehemalige Erste Bürgermeisterin, und der Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Ingo Wellenreuther (52). Während die erste Vertreterin des jetzigen Stadtoberhaupts ihre langjährige Verwaltungserfahrung in die Waagschale wirft, kann CDU-Kreis-Chef Wellenreuther mit einem breiten Netzwerk punkten. Schließlich ist der Familienvater und ehemalige Vorsitzende Richter am Karlsruher Landgericht auch KSC-Präsident.
Gespräche Entsprechend selbstbewusst geht Wellenreuther in das CDU-interne Duell: "Meine Bewerbung wurde im CDU-Kreisvorstand sehr positiv aufgenommen", tat er kund. Herausforderin Mergen sieht es gelassen: "Zwei gute Kandidaten sind für die CDU eine tolle Chance", meint sie. "Es tut der Partei gut, wenn inhaltlich darüber diskutiert wird, was ein künftiger OB mitbringen muss." Am 15. März will die Karlsruher CDU darüber entscheiden, wen sie zum Kandidaten für den Chefsessel in der ehemaligen badischen Residenz kürt.
Derweil wittern SPD und Grüne ihre Chance. Der Karlsruher SPD-Chef Johannes Jung präsentierte dieser Tage Kultusstaatssekretär Frank Mentrup und den Karlsruher Sozial- und Sportbürgermeister Martin Lenz als mögliche Kandidaten − und vergrätzte damit die Grünen. Die hatten schon länger Gespräche mit den Sozialdemokraten geführt und waren einem gemeinsamen Kandidaten nicht abgeneigt.
Die Grünen hatten auch deshalb noch keinen der ihren auf den Schild gehoben. Bei ihnen werden zwar Verkehrsstaatssekretärin Gisela Splett und der Karlsruher Bürgermeister Klaus Stapf als Favoriten gehandelt, beide sollen aber keine Ambitionen für den Job gezeigt haben.
Kompromisse "Die SPD hat uns die Chance verbaut, etwas gemeinsam zu tun", ärgert sich Bettina Lisbach, Sprecherin der Gemeinderats-Grünen. Ziel bleibe aber der Wechsel an der Rathausspitze. "Dafür sind wir zu Kompromissen bereit."
Auch SPD-Kreischef Jung sagt: "40 Jahre CDU-Herrschaft sind genug." Wen die SPD schließlich kürt, soll im März entschieden werden. Doch nicht nur SPD und Grüne wollen auf den Chefposten. Auch die Stadträte Jürgen Wenzel von den Freien Wählern und Friedemann Kalmbach von der Wählerinitiative Gemeinsam für Karlsruhe haben ihr Interesse angemeldet. dpa
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