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SPD-Herausforderer Hager neuer OB in Pforzheim
Pforzheim - Nach der überraschend deutlichen Niederlage von Amtsinhaberin Christel Augenstein (FDP) bei der OB-Wahl in Pforzheim lecken CDU und FDP ihre kommunalpolitischen Wunden. Die liberale Augenstein, deren Kandidatur ebenso wie ihr Wahlkampf von der CDU unterstützt worden war, war am Sonntag von ihrem einzigen Herausforderer Gert Hager klar gestürzt worden. Der SPD-Bürgermeister erreichte nach dem vorläufigen Endergebnis beim zweiten Wahlgang 60,2 Prozent der abgegebenen Stimmen, Augenstein kam lediglich auf 39,6 Prozent. Oberbürgermeisterin Augenstein hatte bereits im ersten Anlauf weniger Rückhalt bei den Pforzheimern als Überraschungssieger Hager gehabt - trotz der Unterstützung durch die CDU, die keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schickte.Die Wahlbeteiligung lag mit 36,4 Prozent noch unter der bereits verhaltenen Begeisterung der 85.000 Wahlberechtigten für den ersten Wahlgang vor drei Wochen. „Das ist ein schlechtes Zeichen für die Demokratie“, sagte die baden- württembergische SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt.
Augensteins Wahlniederlage bedeutet nicht nur für die FDP- Politikerin eine herbe Schlappe. Die CDU hatte im Wahlkampf vor allem in den vergangenen Wochen deutlich für Augenstein Partei ergriffen. Gemeinsam mit dem frischgebackenen Vorsitzenden der FDP-Fraktion, Hans-Ulrich Rülke, hatte sich CDU-Landtagsfraktionschef Stefan Mappus stark für die Oberbürgermeisterin eingesetzt. Beide Landespolitiker räumten nach der Wahl Fehler ein: „Ich werfe mir vor, mich zu spät in den Wahlkampf eingebracht zu haben“, meinte FDP-Politiker Rülke. Auch Mappus zeigte sich nachdenklich: „Ich sehe das ähnlich.“
Wahlsieger Hager hatte seinen Wahlkampf deutlich auf die Themen Bürgernähe, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit ausgerichtet. „Die klare Zustimmung werte ich als Zeichen dafür, dass die Wähler dies zu schätzen wissen“, meinte der 46-Jährige.
Amtsinhaberin Augenstein steht seit acht Jahren an der Spitze der Pforzheimer Verwaltung. Sie hatte bei ihrem Wahlsieg 2001 ebenfalls überraschend deutlich den damaligen SPD-Amtsinhaber Joachim Becker geschlagen, der die 116 000 Einwohner zählende Schmuck- und Uhrenstadt 16 Jahre lang regiert hatte. Die 59-Jährige erklärte nach der Wahlniederlage ihren Abschied aus der Kommunalpolitik. „Für mich ist das jetzt zu Ende“, sagte sie. lsw
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