Rüstungsgegner protestieren gegen Militärmesse in Stuttgart

Stuttgart (dpa/lsw)  Rüstungsgegner haben vor dem Stuttgarter Rathaus gegen die geplante Militärmesse ITEC protestiert. Vor einer Gemeinderatssitzung am Donnerstag übergaben die Teilnehmer Bürgermeister Michael Föll eine Sammlung von rund 200 Protestschreiben.

Mann in Aktion bei Kundgebung gegen Militärmesse
Kundgebung von Rüstungsgegnern: Mann legt ein Plakat auf ein symbolisches Kriegsopfer. Foto: M. Murat

Außerdem rollten sie einen blutroten Teppich vor dem Rathaus aus, auf den sie weiße Puppen als Symbol für Kriegsopfer gelegt hatten. Föll zufolge wird die Messe trotz der Proteste wie geplant stattfinden, eine Wiederholung werde es aber nicht geben.

Zu der Demonstration hatte die ökumenische Organisation «Ohne Rüstung Leben» (ORL) gemeinsam mit der «Deutschen Friedensgesellschaft» und dem «Offenen Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart» (OTKMS) aufgerufen. Der Protest gegen die Messe wachse weiter, sagte Paul Russmann von der ORL. Die Militärmesse soll vom 15. bis 17. Mai in der Stuttgarter Messe stattfinden.

Gegen Rüstungsexporte hat sich auch die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann ausgesprochen. «Unsere Wirtschaft verdient an den Kriegen dieser Welt, während die Menschen, die vor diesen Kriegen fliehen, bei uns zunehmend abgewiesen werden», sagte sie der «Heilbronner Stimme» (Freitag). Hintergrund waren die gestiegenen Rüstungsexporte unter der Großen Koalition.