Ermittlungen wegen Aufnahmeritualen eingestellt

Hechingen (dpa)  Die Staatsanwaltschaft Hechingen hat Ermittlungen gegen sieben Soldaten im Zusammenhang mit Aufnahmeritualen in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf eingestellt. Den Beschuldigten habe kein strafbares Verhalten nachgewiesen werden können, teilte die Behörde am Freitag mit.

Staufer-Kaserne Pfullendorf
Der Eingang zur Staufer-Kaserne der Bundeswehr in Pfullendorf. Foto: Thomas Warnack/Archiv

Lediglich ein Rekrut habe angegeben, dass er das Ritual als unangenehm empfunden habe - in den übrigen Fällen hätten die Betroffenen ausgesagt, dass sie mit der Durchführung einverstanden gewesen seien. Gewalt sei ihnen weder zugefügt noch angedroht worden. Eine strafbare Handlung liege daher nicht vor.

Wegen der Aufnahmerituale waren Anfang 2017 mehrere Soldaten aus der Truppe ausgeschlossen worden - zu Recht, wie das Verwaltungsgericht Sigmaringen entschieden hatte. Gegen dieses Urteil hatten mehrere Betroffene beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) die Zulassung auf Berufung beantragt. Doch auch aus Sicht des VGH war die Entlassung der Bundeswehr-Soldaten wegen ihrer Teilnahme an den Aufnahmeritualen rechtens, wie der Gerichtshof am Freitag mitteilte.

Vor dem VGH ging es um die Frage, ob die Soldaten ihre Dienstpflichten verletzt hatten. Unabhängig davon ermittelte die Staatsanwaltschaft Hechingen wegen möglicherweise strafbarem Verhalten gegen sieben Soldaten.