Veranstalter sagt „Killerspiel“-Event ab

Karlsruhe - Nach wochenlangem Streit um ein Computer- Event mit „Killerspielen“ in Karlsruhe ist die Veranstaltung abgesagt worden. Das Kölner Unternehmen sei von seinem Vertragsrecht zurückgetreten, teilte die Stadt gestern mit. Schadenersatz sei nicht gezahlt worden. Damit kamen die Kölner einer Entscheidung des Gemeinderats zuvor. Dieser hatte am Nachmittag eine Sondersitzung geplant, um die Absage der sogenannten Intel Friday Night Games - einer Art Bundesliga für Computerspiele - am 5. Juni zu erzwingen. „Die Veranstaltung ist vom Tisch, das Thema aber bleibt“, sagte Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU). Er hatte sich sich gegen ein Verbot gewehrt und vertragsrechtliche Gründe angeführt.

Gestritten wurde vor allem über die Frage, ob eine Stadt wenige Monate nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen einem solchen Computer-Event ein Forum bieten soll. „Killerspiele“ fanden sich auch auf dem PC des Amokläufers. Stuttgart und Nürnberg hatten die Spiele als ursprünglich gewählte Gastgeber deshalb abgesagt. Daraufhin war das Unternehmen Turtle Entertainment als Veranstalter nach Karlsruhe ausgewichen.

„Wir organisieren diese Spiele seit sieben Jahren problemlos und hätten uns eine offene Diskussion fernab des Wahlkampfes gewünscht“, sagte Unternehmenssprecher Christian Brand auf Anfrage. Bereits an diesem Freitag (29. Mai) werde der nächste Spieltag in Hannover stattfinden, Mitte Juni seien die Finalspiele in Köln geplant. lsw





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