Untersteller: Mehr Rohstoffe wiederverwerten und Material sparen

Region  In alten Geräten stecken wertvolle Rohstoffe. Die gilt es gezielt wiederzuverwerten, meint Umweltminister Franz Untersteller und fordert die Wirtschaft auf, ressourceneffizienter zu werden.

Von Oliver Schmale, dpa

Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen)
Franz Untersteller, baden-württembergischer Umweltminister. Foto: Marijan Murat/Archiv

Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat die Wirtschaft zu einem schonenden Umgang mit Ressourcen aufgerufen. „Wir brauchen Rohstoffe mehr denn je. Und in Baden-Württemberg haben wir nur Holz, Steine und Salz“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Wichtig sei die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Elektroschrott. „Mobiltelefone enthalten alle mögliche Art von Metallen. Gold, Silber, Platin oder auch seltene Erden.“

Eine Tonne Golderz enthält nach Unterstellers Angaben etwa fünf Gramm Gold, eine Tonne alte Handys mit etwa 250 Gramm das 50-fache. Er forderte die Industrie auf, verstärkt entsprechende Methoden zu entwickeln, damit diese Stoffe einfacher wiederverwertet werden können.

Ressourceneffizienz ist wichtig

Die Stromkosten machten bei der Produktion in den meisten Unternehmen nur zwei bis drei Prozent der Kosten aus. Die Materialkosten hingegen 40 bis 50 Prozent. Das zeige wie wichtig Ressourceneffizienz sei. „Die Frage wird oftmals unterschätzt.“

Nach Angaben des Ministeriums könnte gerade die klein- und mittelständisch geprägte Wirtschaft im Südwesten von effizienteren Betriebsprozessen profitieren. Es verwies auf Berechnungen der Deutschen Materialeffizienz-Agentur, dass ein durchschnittliches kleines und mittleres Unternehmen in Deutschland rund 160 000 Euro im Jahr einsparen könnte. Dem stehen den Angaben zufolge durchschnittliche Investitionskosten von etwa 40 000 Euro gegenüber.

Chance, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken

Ressourceneffizienz biete für ein hoch entwickeltes Industrieland die Chance, die Industrialisierung zu erhalten, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Märkte mit den entsprechenden Technologien zu erschließen. Gleichzeitig werde die Abhängigkeit von Rohstofflieferungen und deren schwankenden Preisen reduziert. 

Der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), im Südwesten, Dietrich Birk, sagte, die Rohstoffpreise seien in den letzten zwei Jahren gesunken. Aber weniger Verschnitt und die Verwendung von dünnerem Material helfe, Kosten zu senken. Außerdem setze der Maschinenbau beim Export gezielt auf entsprechende Maschinen.

Das Land setzt auf die Wiedergewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Dazu gibt es ein Pilotvorhaben in der Kläranlage Offenburg. Phosphat ist ein wichtiger Pflanzennährstoff.