Tigermücke im Visier

Karlsruhe/Heilbronn  Nach dem Fund Asiatischer Tigermücken in Karlsruhe wollen Experten in den kommenden Tagen das betroffene Industriegebiet kontrollieren. Auch das Gesundheits- und Landratsamt Heilbronn warnt vor dem Insekt.

Von unserer Redaktion und dpa

Mitarbeiter der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) überprüfen in Karlsruhe eine mögliche Brutstätte der Tigermücke. Foto: dpa

 Volle Regentonnen, Blumenvasen oder nasse Baggerschaufeln - als „Container-Brüter“ nutzt die Asiatische Tigermücke kleinste Wasseransammlungen. Nach ihrem Fund in Karlsruhe wollen Experten in den kommenden Tagen das betroffene Industriegebiet kontrollieren. Mögliche Brutstätten sollen ausfindig gemacht und unbrauchbar gemacht werden, wie Artur Jöst von der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) am Mittwoch in Karlsruhe sagte. Man wolle herausfinden, in welchem Ausmaß sich die Mücke bereits ausgebreitet habe. Das Tier kann tropische Krankheiten wie etwa Denguefieber übertragen. 

Wie die Steckmücken am Rhein, so werden auch die Tigermücken in Karlsruhe mit dem Insektizid BTI bekämpft, erläuterte Jöst. Er demonstrierte den Vorgang am Mittwoch an einer Baggerschaufel mit Tigermückenbrut, auf die er das Insektizid in die Flüssigkeit träufelte. „Die Eier der Tigermücke können problemlos den Winter überstehen. Daher empfiehlt es sich, die Brutstätten so früh wie möglich zu finden und unschädlich zu machen“, sagte er. Erfahrungen aus Freiburg und Heidelberg - hier hat man die Tiere in den vergangenen Jahren auch schon aufgespürt - bestätigten das.

Entdeckt wurden die Tiere in Karlsruhe auf dem Gelände des Amtes für Abfallwirtschaft im Industriegebiet nahe der Autobahn 5. Ein Mitarbeiter sei am 25. August von einer aggressiven Mücke gestochen worden, habe das Tier zur Strecke gebracht und ein Foto davon an das Karlsruher Naturkunde-Museum gesendet, sagte Ulrich Wagner, der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes. Die Fachleute hätten die Mücke identifiziert und die Stadt informiert.

Erste Exemplare der Tigermücke (Aedes albopictus) waren in Deutschland vor zehn Jahren aufgetaucht - Ende September 2007 an einem Rastplatz der Autobahn A5 bei Weil am Rhein. In Freiburg und Heidelberg überwintern die Mücken bereits.

 Heilbronner Gesundheitsamt warnt

Auch das Gesund- und Landratsamt Heilbronn warnt vor der asiatischen Tigermücke und betont, wie wichtig es sei, Brutstätten auszumerzen und die Larven zu bekämpfen. Die schwarz-weiß gestreifte Insekten könnten ansonsten tropische Krankheiten übertragen. 

Als Brutstätten können den Tigermücken schon winzige Wasserstellen dienen. Dazu zählen beispielsweise Mini-Pfützen in Blumentopfuntersetzern. Aber auch Regentonnen, Vogeltränken, Gießkannen, Eimer oder andere offen zugängige Wasseransammlung sind ideal für die Tigermücke.

Deshalb: Unbedingt alle Wasserrückstände entfernen. Mögliche Ansammlungsorte abdecken oder mit der Öffnung nach unten lagern. So kann die Tigermücke sich nicht weiter verbreiten.