Solaranlagen sollen stärker gefördert werden

Stuttgart  Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) versucht mit einem neuen Förderprogramm den Ausbau der Photovoltaikanlagen im Südwesten voranzutreiben.

Von unserem Korrespondenten Michael Schwarz

Untersteller will neue Solaranlagen stärker fördern

In Baden-Württemberg geriet der Photovoltaikausbau ins Stocken.

Foto: dpa

 

Wer Solarzellen betreibt und die Energie in einer Batterie speichert, soll künftig vom Land bezuschusst werden.

"Die Photovoltaik hat ein paar schwierige Jahre hinter sich, sie wird aber auf dem Weg der Energiewende gebraucht und muss in Baden-Württemberg einen größeren Beitrag zur Stromerzeugung leisten als bisher", sagt Untersteller der Heilbronner Stimme. Das Programm habe einen Finanzrahmen von mehr als zwei Millionen Euro.

Das Geld soll laut dem Grünen-Politiker ein Anreiz sein für den "Bau neuer Photovoltaikanlagen". Er verweist deswegen darauf, dass nur Batteriespeicher in Verbindung mit neu errichteten Photovoltaikanlagen gefördert werden. Heute soll das Konzept öffentlich vorgestellt werden.

Schwierigkeiten beim Ausbau der Solarenergie

Untersteller reagiert mit dem Programm auf die Schwierigkeiten beim Ausbau der Solarenergie im Südwesten. Wurden im Jahr 2010 in Baden-Württemberg noch Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 1121 Megawatt neu installiert, waren es 2016 nur noch 141 Megawatt. In den vergangenen sechs Jahren ist der Photovoltaikausbau zunehmend ins Stocken geraten. Bis Ende 2016 wurden in Baden-Württemberg Solarzellen mit einer Gesamtleistung von 5315 Megawatt installiert.

Das aufgelegte Förderprogramm für solare Batteriespeicher ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. So sei eine der Bedingungen, erklärt Untersteller, dass mindestens 40 Prozent des erzeugten Stroms dem eigenen Verbrauch dienten − und nicht eingespeist würden. Die Förderung erfolge mit einem Fixbetrag pro Kilowattstunde, maximal jedoch mit 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten. Umso größer der Speicher ist, desto höher ist am Ende der Zuschuss.

Programm soll zunächst bis Ende 2019 laufen

Weiter erklärt Untersteller, dass das Programm zunächst bis Ende 2019 laufen soll. Anträge für eine Förderung können ab morgen bei der L-Bank gestellt werden. Zudem wird das Projekt von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen wissenschaftlich begleitet.

Untersteller hat immer wieder versucht, mit Anreizen dafür zu sorgen, dass mehr Solaranlagen im Südwesten installiert werden. Vor allem, dass das Geschäft mit großen Freiflächenanlagen bislang nicht funktioniert, macht Probleme.

Deswegen hatte Grün-Schwarz 2017 die sogenannte Freiflächenöffnungsverordnung erlassen. Durch sie können künftig Solarparks auf landwirtschaftlich schlecht nutzbaren Acker- und Grünlandflächen errichtet werden.