VBE sieht Eisenmann-Vorstoß für Grundschullehrer skeptisch

Stuttgart (dpa/lsw)  Der Vorstoß des Kultusministeriums, Gymnasiallehrer für die Grundschule zu gewinnen, wird vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisch hinterfragt. In der aktuellen Notlage werde der Versuch begrüßt, indem man weitere Anreize für fachlich und pädagogisch

Grundschulkinder beim Lesen
Zwei Kinder sitzen an ihrem ersten Schultag in einer Grundschule. Foto: Jonas Güttler/Archiv

vorgebildetes Personal wie Gymnasiallehrkräfte setze, teilte VBE-Landeschef Gerhard Brand am Freitag in Stuttgart mit. Die Botschaft an die Landespolitik sei eindeutig. Notwendig sei die gleiche Eingangsbesoldung für alle Lehrkräfte und das angesichts des bevorstehenden Schülerzuwachses so schnell wie möglich.

Der Berufsverband bemängelte gleichfalls, dass die berufsbegleitende Qualifizierung auf ein Jahr reduziert werden soll. Die Einarbeitungszeit müsse bei zwei Jahren bleiben. «Auch wenn Gymnasiallehrkräfte fachlich sehr gut vorgebildet sind: Grundschulen haben ein anderes Anforderungsprofil als Gymnasien», erklärte Brand. Lehrkräfte müssten hier erheblich mehr Erziehungsarbeit leisten und sie würden Klassen vorfinden, die um ein Vielfaches heterogener seien als Gymnasialklassen.

Pädagogen, die nach ihrer Ausbildung zum Gymnasiallehrer an eine Grundschule gehen, sollen laut Kultusministerium für später eine Einstellungszusage als verbeamtete Gymnasiallehrer erhalten. «So etwas gab es noch gar nie», betonte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Freitag in Stuttgart. Das Angebot gelte für die Einstellungen im Schuljahr 2018/19, für das eine Lücke von 500 Stellen an Grundschulen absehbar sei.