Gedenktafel für Religionsphilosoph Eugen Biser in München

München (dpa/lsw)  Der aus dem südbadischen Oberbergen stammende Religionsphilosoph Eugen Biser erhält in der Kirche St. Ludwig in München eine Gedenktafel. Dort hatte er 27 Jahre lang als Universitätsprediger gewirkt.

Eugen Biser
Religionsphilosoph Eugen Biser bei seinem 90. Geburtstag in München. Foto: Frank Mächler/Archiv

Enthüllt werden soll die Gedenktafel bei einem Festgottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx am 12. Januar, wie die Eugen-Biser-Stiftung mitteilte. Anlass ist der Geburtstag Bisers, der sich am 6. Januar zum 100. Mal jährt. Der Wissenschaftler war 2014 im Alter von 96 Jahren gestorben.

Etwa 150 Bücher umfasst Bisers Werk. Jüngst ist im Verlag Herder der Band «Gottesbilder. Eugen Biser als theologischer Grenzgänger» erschienen. Die 2002 gegründete Eugen-Biser-Stiftung fördert insbesondere den Austausch zwischen den monotheistischen Religionen Christentum, Islam und Judentum. Für ihre Arbeit ist sie mit dem Bürgerpreis des Bayerischen Landtags ausgezeichnet worden.

Der katholische Priester Biser arbeitete als Religionslehrer, promovierte in Theologie und Philosophie und ging nach seiner Habilitation als Fundamentaltheologe an die Universität Passau, anschließend nach Würzburg. Von 1974 bis 1986 lehrte er als Nachfolger von Karl Rahner auf dem einst für Romano Guardini geschaffenen Lehrstuhl für Christliche Weltanschauung und Religionsphilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 25 Jahre lang leitete er dort zudem das Seniorenstudium.