Thomas Strobl will bis 2021 CDU-Landeschef bleiben

Stuttgart/Heilbronn  Kurz vor der Bundestagswahl stehen bei der Landes-CDU Vorstandswahlen an. Die Wiederwahl von Landeschef Strobl dürfte sicher sein - aber bei der Wahl seiner Stellvertreter wird es spannend.

Von Bettina Grachtrup, dpa

Thomas Strobl
Innenminister Thomas Strobl (CDU). Foto: Sebastian Gollnow/Archiv

CDU-Landeschef Thomas Strobl will bis zum Ende der Legislaturperiode Landesvorsitzender seiner Partei bleiben. „Wenn meine Partei das möchte, dann führe ich sie mit Freude und Engagement in das Jahr 2021“, sagte Strobl der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Beim Parteitag am 9. September in Reutlingen steht die Neuwahl des Landesvorstandes an, die turnusgemäß alle zwei Jahre ist.

Bei der Frage der Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2021 legte sich der Heilbronner noch nicht fest. „Das steht noch nicht auf der Tagesordnung.“ Beim Kampf um die CDU-Spitzenkandidatur für 2016 war Strobl in einem CDU-Mitgliederentscheid überraschend seinem Kontrahenten Guido Wolf unterlegen. Unter Wolf fuhr die CDU aber bei der Landtagswahl nur desolate 27 Prozent ein. Stärkste Kraft wurden die Grünen.

Strobl ist CDU-Bundesvize, Innenminister und Vize-Regierungschef der grün-schwarzen Landesregierung. Wolf ist heute Justizminister.

Bei der Wahl der drei stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden wird es voraussichtlich eine Kampfkandidatur geben. Der CDU-Bezirksverband Nordbaden schickt den Europapolitiker Daniel Caspary ins Rennen, wie Bezirkschef Peter Hauk am Dienstag sagte. Caspary ist Chef der CDU/CSU-Gruppe in der Fraktion der Europäischen Volkspartei.

Vier Kandidaten für drei Vize-Posten

Hauk und Caspary selbst gehen davon aus, dass auch die bisherigen Stellvertreter Winfried Mack (Nordwürttemberg), Thorsten Frei (Südbaden) und Annette Widmann-Mauz (Württemberg-Hohenzollern) wieder antreten werden. Somit gibt es dann vier Kandidaten für drei Vize-Posten. Gewählt wird im Block, so dass man nicht sagen kann, gegen wen sich die Gegenkandidatur konkret richtet.

Damit könnte allerdings der Vize-Posten von Mack wackeln. Er hatte bei den Wahlen 2015 mit 69,74 Prozent das schlechteste Ergebnis der drei Vize-Parteichefs eingefahren. Mack ist in der Partei nicht unumstritten: So hatte er mitten in den Verhandlungen über eine grün-schwarze Koalition von einem möglichen Scheitern der Gespräche mit den Grünen geredet und in einem Positionspapier eine inhaltliche Führung der gemeinsamen Regierung durch die CDU gefordert.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) kandidiert für einen Beisitzerposten im Präsidium, dem engsten Führungszirkel, der Partei. Das hatte schon am Freitag die „Südwest Presse“ berichtet. Eisenmann sagte der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch): „Es sind viele auf mich zugekommen, ob ich kandiere und ich bin der Bitte gerne gefolgt.“ Nominiert wird sie vom CDU-Bezirksverband Nordwürttemberg und der Frauenunion.