Luchs Friedl wandert durchs Land

Stuttgart  Der mit einem Sender ausgestattete Luchs Friedl ist auf Wanderschaft durch Baden-Württemberg - und dabei weiter im Visier der Wissenschaftler.

Der Luchs wird von Mitarbeitern der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) untersucht und mit einem Peilsender versehen. Foto: dpa/Archiv

 

Zuletzt habe sich das Tier im Bereich des Oberen Donautals aufgehalten, teilte das Ministerium für Ländlichen Raum am Montag mit. Seit 260 Tagen ist der aus der Schweiz zugewanderte Luchs im Südwesten unterwegs. 

Am 9. April wurde er im Schwarzwald mit einem Halsbandsender bestückt; die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt verfolgt seitdem seine Spuren. Im September war Friedl auch Stuttgart nahe gekommen und im Kreis Esslingen umher gestreift.

Der Umgang mit Luchsen ist umstritten. Der zuständige Wissenschaftler Micha Herdtfelder sagte: „Große Beutegreifer wie der Luchs werden von vielen Menschen als Symbol für Wildnis angesehen. Und an dem Begriff Wildnis scheiden sich die Geister.“ Die Wissenschaftler wollen „einer Romantisierung einerseits und einer Dämonisierung andererseits“ entgegenwirken. 

Route

Friedl ernährt sich gerne von Rehen. Schafe als Beutetiere seien die Ausnahme, hieß es. Nach Angaben des Ministeriums hat das Luchs-Männchen nachweislich 1600 Kilometer zurückgelegt, seit es den Sender trägt. Im Südwesten waren auch andere Luchse nachgewiesen worden - auch im Schwarzwald.

 

Der Fuchs hat seit seiner Besenderung am 9. April nachweislich 1.600 Kilometer zurückgelegt. Die tatsächlich zurückgelegte Strecke dürfte um einiges höher liegen, da die Peilungen nicht kontinuierlich erfolgen.

 

 

Hintergrund: Der Luchs

Die Wildkatze ist etwa so groß wie ein Schäferhund. Das Fell ist im Sommer rötlich-braun mit dunklen Flecken, im Winter eher grau. Auffällig am Luchs sind die vier Zentimeter langen Ohrpinsel, der Schwanz hat eine schwarze Spitze. Der Luchs frisst außer Rehen und Gämsen auch Feldhasen, junge Wildschweine, Füchse und andere Tiere, die er im Wald findet – den verlässt er nur selten. Etwa ein bis zweieinhalb Kilogramm Fleisch frisst er jeden Tag. Sein Ruf ist ein hohes kreischendes Geheul, das oft in einem Murren endet. Mehr auf www.ag-luchs.de. lsw/red