Rede von Rülke gegen AfD entwickelt sich zu Hit im Internet

Stuttgart  Der baden-württembergische FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat es mit einer kritischen Landtagsrede gegen die AfD im Internet zu einer gewissen Berühmtheit gebracht.

Von Michael Schwarz und dpa

 

In einer von den Rechtspopulisten beantragten Debatte ging es um die „Bodensatz“-Äußerung über AfD-Wähler von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Rülkes Auftritt war besonders leidenschaftlich. Der FDP-Politiker nannte AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen den „Obelix von der AfD“, der „Hinkelsteine durchs Glashaus“ schmeiße.

Die Aussprache, die auf Youtube und anderen sozialen Netzwerken inzwischen Tausende ansahen, hatte bereits am 11. Oktober stattgefunden. In ihr wiesen sowohl Redner von den Regierungsfraktionen Grünen und CDU als auch von den Oppositionsfraktionen SPD und FDP Meuthens Forderung nach Kretschmanns Rücktritt energisch zurück. „Sie haben es wirklich geschafft, Herr Meuthen, heute im Landtag von Baden-Württemberg für eine Premiere zu sorgen: Rülke verteidigt Kretschmann“, sagte Rülke. Während seiner Rede kam es immer wieder zu Gelächter.

Überrascht über Resonanz

Der Liberale selbst äußerte sich überrascht über die Resonanz seines Auftritts. Rülke sagte der Heilbronner Stimme:  „In der Tat habe ich nicht mit dieser Resonanz gerechnet. Landtagsreden erreichen höchst selten ein Millionenpublikum. Offensichtlich gibt es in weiten Teilen der Bevölkerung einen Bedarf, sich klar, aber auch scharf und demaskierend mit der AFD und ihren Methoden auseinander zu setzen. Möglicherweise hat dies bislang gefehlt.“

Rülke fügte hinzu: „Wie zufrieden ich über diese große Resonanz bin kann ich noch nicht sagen. Natürlich gab es – insbesondere in den Foren – die üblichen Verunglimpfungen durch AFD-Bots. Erfreulich war, dass sich ungemein viele Leute gemeldet haben, die deutlich machten, dass sie keine FDP-Wähler seien, aber sich dennoch von der Rede begeistert zeigten.“ 

Zum Ende seiner Rede im Parlament tut sich Rülke allerdings schwer mit dem Vornamen des AfD-Politikers Björn Höcke. Er nannte ihn mit Vornamen Bernd. Daraufhin korrigierten ihn AfD-Abgeordnete und der FDP-Politiker konterte: „Also, der Mann heißt Bernd. Ich weiß es definitiv aus der 'heute-show', meine Damen und Herren.“