Land soll mehr Solarstrom produzieren

Stuttgart/Region  Strom aus Photovoltaik ist umweltfreundlich. Das Umweltministerium wirbt für den weiteren Ausbau. Dazu startet es eine neue Initiative. Kritik kommt von der Opposition.

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) will den Ausbau der Solarenergie vorantreiben. An einem sonnigen Tag könnten im Land inzwischen zeitweise rund zwei Drittel des Strombedarfs über die installierten Photovoltaikanlagen gedeckt werden, sagte Untersteller der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Das reicht aber noch nicht aus. Wir brauchen weitere Kapazitäten.“ Der Grünen-Politiker brachte deshalb eine neue Initiative auf den Weg.

Untersteller sagte: „Ab Juni werden wir mit unserem Förderwettbewerb für regionale Photovoltaik-Netzwerke landesweit gezielt für Solarenergie werben.“ Damit sollten Wirtschaft und Kommunen für das Thema gewonnen werden. Da habe es sich oft noch nicht herumgesprochen, dass es sich wieder lohne. Wichtig sei vor allem, dass auf Dächern von Industrieanlagen, Supermärkten oder Baumärkten wieder verstärkt Solaranlagen installiert würden. Das Programm kostet den Angaben zufolge 3,5 Millionen Euro.

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8,7 Prozent der Stromerzeugung

Bislang gibt es in Baden-Württemberg eine Photovoltaik-Leistung von 5,5 Gigawatt, wie Untersteller mitteilte. Damit trage die Energie mit etwa 8,7 Prozent zur Stromerzeugung bei. Die installierte Leistung sei bis 2030 auf bis zu 11 Gigawatt steigerbar. Das Solar-Cluster Baden-Württemberg, ein Zusammenschluss von entsprechenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen, unterstützt Unterstellers Initiative. Geschäftsführer Franz Pöter sagte: „Die Photovoltaik ist eine zentrale Säule im Energieversorgungssystem Baden-Württembergs.“

Kritik kam von der oppositionellen FDP. Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke sagte: „Wieder einmal steht Untersteller für millionenteure Förderung grüner Prestigeaktionen.“ Die Grünen-Fraktion betonte hingegen: „Wenn wir mehr Strom aus umweltfreundlicher Sonnenenergie gewinnen wollen, müssen wir beim Ausbau aufs Tempo drücken.“

Außerdem plant das Umweltministerium eine neue Kampagne zur Energiewende. Untersteller sagte, es solle konkret aufgezeigt werden, welche Chancen in dem Thema steckten. „Nicht nur für die Stromproduzenten, sondern auch für die Bevölkerung. Die Menschen können finanziell profitieren und zugleich auch etwas für die Zukunft ihrer Kinder tun.“ Die Erreichung der Klimaschutzziele sei eine Mammutaufgabe.