Oettinger zeigt neue Freundin

Stuttgart - Nach seinem politischen und persönlichen Krisenjahr 2007 will Günther Oettinger offenkundig auch sein Privatleben neu ordnen. Seit langem wurde gerätselt, wie der baden- württembergische Ministerpräsident den Landespresseball an diesem Freitag eröffnen wird. Der 55 Jahre alte CDU-Politiker hatte sich im vergangenen Dezember nach 13 Ehejahren von seiner Frau Inken getrennt. Seither wurde in Stuttgart nur hinter vorgehaltener Hand über eine mögliche neue Partnerin getuschelt. Nun ist das Geheimnis gelüftet: Oettingers neue Freundin ist die 30-jährige Hamburger Eventmanagerin Friederike B..

Von Edgar Neumann



Stuttgart  - Nach seinem politischen und persönlichen Krisenjahr 2007 will Günther Oettinger offenkundig auch sein Privatleben neu ordnen. Seit langem wurde gerätselt, wie der baden- württembergische Ministerpräsident den Landespresseball an diesem Freitag eröffnen wird. Der 55 Jahre alte CDU-Politiker hatte sich im vergangenen Dezember nach 13 Ehejahren von seiner Frau Inken getrennt. Seither wurde in Stuttgart nur hinter vorgehaltener Hand über eine mögliche neue Partnerin getuschelt. Nun ist das Geheimnis gelüftet: Oettingers neue Freundin ist die 30-jährige Hamburger Eventmanagerin Friederike B..

Vom plötzlichen öffentlichen Interesse an ihrer Person war die Marketing-Expertin offenkundig überrascht und mochte zunächst nicht viel von sich preisgeben. Nach Medienberichten stammt sie aus Düsseldorf und lebt seit etwa elf Jahren in der Hansestadt. Dort leitet die Unternehmerin eine eigene PR-Agentur und verfügt auch über zahlreiche Kontakte zur Politik. So habe sie auch schon vor vier Jahren das Rahmenprogramm einer Klausurtagung der CDU-Bundesspitze professionell organisiert. In der Südwest-CDU ist sie dagegen dem Vernehmen nach noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt.

Oettingers öffentliches Ansehen war nach der Trennung von seiner Frau Ende vergangenen Jahres im Keller. Zuvor hätte ihn seine Trauerrede für den ehemaligen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU) im April 2007 beinahe um das Amt gebracht. Für viele Parteifreunde blieb der fatale Eindruck zurück, seine späte Entschuldigung nach dem massiven öffentlichen Druck durch die CDU- Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihn wie einen gemaßregelten Schuljungen erscheinen lassen.

Nach diesen politischen Turbulenzen hat sich Oettinger zuletzt stabilisiert. In den vergangenen Monaten erntete er durch seine Arbeit in der Föderalismuskommission II und sein souveränes Agieren im Zusammenhang mit der Finanzkrise einige öffentliche Anerkennung. Auch das strikte Festhalten an der Abkehr von der jahrzehntelangen Verschuldungspolitik des Landes wird ihm hoch angerechnet.

Möglicherweise denkt Oettinger nun schon an das kommende Jahr mit Kommunal-, Europa- und Bundestagswahl, wenn er versucht, rasch Normalität im Privatleben zu demonstrieren. Einen Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten mit spekulativen Schlagzeilen kann auch die machtverwöhnte Südwest-CDU nicht gut gebrauchen.

Und schließlich haben auch andere CDU-Spitzenpolitiker wie Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff nach der Trennung von der Ehefrau nicht lange gezögert, sich mit einer neuen Freundin öffentlich zu zeigen. Für die traditionelle CDU-Klientel ist das vielleicht moralisch etwas heikel. Aber Oettinger hat schon immer klar gemacht, dass er sich eher am modernen Großstadt-Publikum orientiert als an konservativen Kreisen in ländlichen Regionen.