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Mobbing oder Kronprinzen-Kampf?
Von Joachim Rüeck
Stuttgart - Ein verheirateter Landwirtschaftsminister der Union und seine Geliebte stehen im Fokus der Presse. Im Januar 2007 war das, als die Schlagzeilen über Horst Seehofer und seine Freundin Anette Fröhlich die Chancen des Bundesministers auf die Nachfolge von Edmund Stoiber als CSU-Parteichef zunächst minderten. In Baden-Württemberg ist die aktuelle Affäre um Peter Hauk politisch eine Nummer kleiner. Der 48-Jährige steht nicht unmittelbar vor einem Karrieresprung. CDU-Insider bewerten die anonymen Vorwürfe, der Agrarminister habe sich auf Landeskosten privat vergnügt, eher als „Kronprinzen-Feldbereinigung“.
Chefposten
Hauk hat zumindest die Anschuldigung, er habe Dienstliches mit Privatem vermischt, teilweise widerlegt und Anzeige erstattet - gegen unbekannt. Auch Kabinetts- und Parlamentskollegen rätseln, wer Urheber der Kampagne ist. Dass sie in Zusammenhang mit den Vorstandswahlen am Dienstag in der CDU-Landtagsfraktion steht, ist unwahrscheinlich. Hauk hatte keinen erneuten Anlauf auf den Chefposten vor. Der Fraktionsvorsitzende Stefan Mappus, gegen den der Oettinger-Getreue vor vier Jahren die Kampfabstimmung um das Amt verlor, sitzt fest im Sattel.
Die Spur führt für Parteikenner eher nach Nordbaden. In dem zerstrittenen CDU-Bezirksverband macht sich schon mancher Gedanken darüber, wann die Zeit nach Heribert Rech beginnt. Der Innenminister und Bezirksvorsitzende ist durch die Pannen rund um Wattestäbchen und Winnenden angeschlagen. Sollte sich seine Situation weiter zuspitzen, könnten beide Posten zur Disposition stehen.
Der anonyme Schmähbrief-Verfasser dürfte zumindest Drähte ins Agrarministerium haben. Seine Anschuldigungen sind recht detailliert. Für Hauk ist die Kampagne zwar „politisch motiviert“. Es ist aber ebenso möglich, dass er - wie seine Vor-Vorgängerin Gerdi Staiblin - im eigenen Haus gemobbt wird. Wobei das eine das andere nicht ausschließt. Seit der Ägide von Gerhard Weiser hat die Behörde einen nordbadischen Einschlag.
Liaison
Hat Hauk, wie er betont, alle privaten Übernachtungen aus eigener Tasche bezahlt, wird es für ihn als Minister nicht eng. Regierungschef Günther Oettinger - gleichfalls verheiratet, getrennt und neu liiert - hält zu seinen Vertrauten. Und im Gegensatz zu den momentanen Wackelministern Rech, Helmut Rau (Kultus, CDU) und Ernst Pfister (Wirtschaft, FDP) macht Hauk zumindest politisch keine unglückliche Figur. Seine Position bei den eher traditionell eingestellten Bauern dürfte die angebliche Liaison mit einer Verbandsmanagerin jedoch nicht gerade gestärkt haben.
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