- Artikel
- 0 Kommentare
- Versenden
Extrembelastung unter dem Eis

Bönnigheim - Eine lange Säge und eine Spitzhacke müssen her, um überhaupt an das kalte klare Wasser zu kommen. Die Taucher von der Wasserschutzpolizei Heilbronn steigen in der Regel direkt in ihre Taucheranzüge, und los geht es, um Beweisstücke zu sichern oder sogar Leichen zu finden. Dank der Kältewelle steht für die erfahrenen Einsatzkräfte am Dienstag aber eine besondere Aufgabe an. Sie üben das Tauchen unter einer geschlossenen Eisdecke. „Das stellt uns vor hohe Belastungen, sowohl körperlich als auch psychisch“, sagt Polizeioberkommissar Josef Fretz. Er leitet die Übung am See in einem alten Steinbruch bei Bönnigheim (Kreis Ludwigsburg).
Schlechte Sicht
Der etwa 150 Meter lange See ist von einer rund 10 Zentimeter dicken Eisschicht überzogen. Bei minus zehn Grad Außentemperatur frieren die gerade geschlagenen Löcher immer wieder etwas zu. Es knackt leise, als Daniel Stark schließlich ins Wasser steigt. Der 28- Jährige ist professionell ausgerüstet. Sein Körper wird durch einen schwarzen Trocken-Tauchanzug geschützt, seine Tauchermaske und das Tauchgerät sitzen fest. Am Anzug ist eine 80 Meter lange Leine befestigt. „Sonst würde er nicht mehr raus finden“, sagt Björn Steck, der die Leine führt. Unter der Eisdecke könne der Taucher wegen des Lichteinfalls nicht sehen, wo er eingestiegen sei.
Von der in der Sonne schimmernden Oberfläche aus ist indes genau zu erkennen, wo Stark gerade taucht. Unter dem Eis bilden sich immer wieder große Luftblasen. Ab und an sind der Kopf des 28-Jährigen oder die grellen Neonfarben an seiner Haube und seinen Flossen durch die Eisschicht erkennbar. Weiter oben ist seine Kollegin Gabriele Schaufler bereit. Gestützt auf einen Kollegen geht sie vom geheizten Mannschaftswagen in Richtung Wasser, beziehungsweise Eis. Sie kann nur langsam gehen, sie hat nicht nur an dem Anzug und den Atemgas- Flaschen schwer zu tragen: Mehrere Kilo Blei in ihrem Anzug sorgen für das nötige Gewicht zum Absinken.
Kontakt über Funk
Über ein spezielles Funkgerät, das in die riesenhafte, das Gesicht fast vollständig bedeckende Tauchermaske eingebaut ist, halten Stark und Schaufler Kontakt zu ihren Kollegen an der Oberfläche. An diesem Vormittag ist meist nur das langsame Atmen der Taucher zu hören. „Das muss ruhig und gleichmäßig sein“, sagt Kommissar Fretz. „Ruhe zu bewahren ist das wichtigste unter Wasser, erst recht unter einer Eisdecke.“ Im Ernstfall kann der Taucher sich über Funk jederzeit bemerkbar machen, aber auch Anweisungen entgegennehmen, etwa bei der Bergung von alten Bomben.
Zwar gibt es bei der Übung nichts Explosives zu bergen, dennoch sind die Taucher und die Polizisten auf dem Eis hoch konzentriert. Ein Einsatz unter einer geschlossenen Eisdecke ist zwar die Ausnahme. Vorbereitet sein müssen die Taucher aber auch auf sie. „Die meisten Einsätze sind länger geplant“, sagt Fretz. Vor einer Woche stiegen sie etwa in den Fluss Murr. „Wir haben Diebesgut gefunden, etwa Fahrzeugpapiere von gestohlenen Autos.“ Es sei häufig so, dass die Taucher dann alarmiert würden, wenn ein Ganove gefasst sei und Beweismittel fehlten.
Reine Kopfsache
Extreme physische Belastungen wie das Unter-Eis-Tauchen werden dann wirklich schwierig, wenn es um das Bergen von Leichen geht. „Ich habe mal die Leiche eines kleinen Jungen aus dem Wasser geholt“, sagt Hans-Jörg Seemann aus Kehl (Ortenaukreis), der sich an der Übung seiner Heilbronner Kollegen beteiligt. Das gehe natürlich an Grenzen. Unter Wasser sei es dann aber eine reine „Kopfsache“, jeder Polizist dürfe dann nur an seine konkrete Aufgabe denken. Sonst gefährde er sich letztlich selbst, sagt auch Fretz.
Die Polizisten bleiben bis zu 40 Minuten im Wasser. „Die Sauerstoff-Flaschen würden für bis zu zwei Stunden reichen“, sagt der Übungsleiter, „aber irgendwann ist bei den Temperaturen Schluss.“ Auch wenn die Trockenanzüge vor der Kälte schützen - die Wassertemperatur beträgt an der Oberfläche gegen Null Grad. Weiter unten im 25 Meter tiefen See sind es vielleicht drei bis vier Grad.
Polizeiticker
16:03 Uhr
Katze schließt Frauchen in frostiger Nacht aus
Mosbach/Limbach 12:16 Uhr
Fall Limbach: Polizei richtet Hinweistelefon ein
Großbottwar 11:38 Uhr
Nötigung im Straßenverkehr - Zeugen gesucht
Mosbach 11:35 Uhr
Limbach 08:28 Uhr
Weiter keine heiße Spur zum Mordfall in Limbach
Rheinfelden 19:10 Uhr
Diese Woche neu im Kino
20:21 Uhr
19:09 Uhr
Noroviren: Weniger Erkrankungen
17:41 Uhr
17:06 Uhr
Bürgerbefragung zur Gartenschau
16:18 Uhr
16:05 Uhr
Kanton (dpa) 04:12 Uhr
Merkel auf Rückreise nach Berlin
Los Angeles (dpa) 04:02 Uhr
«The Simpsons»-Schöpfer Matt Groening erhält Hollywood-Stern
Berlin (dpa) 03:37 Uhr
Immer mehr Tote durch eisige Temperaturen
Berlin (dpa) 03:12 Uhr
47. Goldene Kamera wird verliehen
Doha (dpa) 02:52 Uhr
Berichte über Blutbad in Homs - Mehr als 200 Tote
Kanton (dpa) 02:37 Uhr
1579 mal gelesen
Raubüberfall in Heilbronn: Frau mit Messer bedroht
1051 mal gelesen
Brand in Heizanlage des Öhringer Krankenhauses
963 mal gelesen
Unfall bei Kupferzell fordert zwei Schwerverletzte
822 mal gelesen
Katze schließt Frauchen in frostiger Nacht aus
514 mal gelesen
15 Kommentare
Mannheim (dpa/lsw) 5 Kommentare
Richter: Bäume dürfen für Stuttgart 21 gefällt werden
4 Kommentare
Berlin/Mainz (dpa) 3 Kommentare
Partymanager lud auch SPD- und Grünen-Politiker ein
Stuttgart (dpa/lsw) 3 Kommentare
Archivsuche
- Hauptnavigation Freizeit
- Themen Anzeigen
- Links
- Service


