Archäologen legen goldenen Kelten-Ohrring frei

Ludwigsburg (dpa/lsw)  Es ist ein Sensationsfund aus der Keltenzeit: Archäologen haben in Ludwigsburg einen reich verzierten Ohrring mit Anhänger und eine Gewandspange aus dem sogenannten «Keltenblock» freigelegt.

Ohrring mit Anhänger
Das Stück lag im Grab einer beigesetzten Fürstin. Foto: Franziska Kraufmann

Die Forscher kratzten dafür am Dienstag die letzten Erdreste rund um ein etwa 26 Zentimeter langes Goldband frei. Es wurde vermutlich gebogen und als Ohrring getragen. Die Stücke sind die jüngsten Funde aus dem Grab einer vor rund 2600 Jahren beigesetzten Frau am Fürstensitz Heuneburg nahe dem heutigen Herbertingen (Kreis Sigmaringen).

In dem 4,50 x 3,60 Meter großen Grab fanden die Archäologen bisher unter anderem vier fein gefertigte Goldkugeln mit etwa 2,2 Zentimeter Durchmesser, mehrere Bernsteinperlen, Armreife und einen verzierten Blechgürtel. Das Grab wurde Ende 2010 in der Donauniederung entdeckt und als etwa 80 Tonnen schwerer Block nach Ludwigsburg transportiert. Landesarchäologe Dirk Krausse bezeichnete die daraus freigelegten Stücke als wichtigste baden-württembergischen Funde aus der Keltenzeit seit 35 Jahren.