Wieland Backes: Gefahr von Falschmeldungen größer geworden

Esslingen (dpa/lsw)  Die Gefahr, Falschmeldungen oder Entdeckungen wie den gefälschten Hitler-Tagebüchern vor gut 25 Jahren aufzusitzen, wird nach Ansicht von TV-Moderator Wieland Backes (71) immer größer.

Wieland Backes
Der Moderator Wieland Backes spricht während eines Interviews. Foto: Franziska Kraufmann/Archiv

«Falsche Nachrichten können heute viel schneller und "sicherer" produziert und verbreitet werden», sagte Backes vor der Uraufführung einer Bühnenfassung des TV-Klassikers «Schtonk!» über den Tagebücher-Skandal am Samstag in Esslingen.

«Die verschärfte Konkurrenz, der gnadenlose kommerzielle Wettbewerb, macht die journalistische Zunft noch viel anfälliger dafür, der Gier nach Sensationen unüberprüft nachzugehen», mahnt Backes. Er spielt in «Schtonk!» den Chefredakteur des Magazins, das auf die Fälschungen reinfiel. Dieser war 1992 zwar zunächst skeptisch, geriet dann aber doch in den Sog der Gier. «Gerade die Selbstaufgabe, dieser Wandel vom kritischen Kopf zum Opfer der kollektiven Sensationsgier macht diese Rolle so reizvoll», so Backes.

Die Württembergische Landesbühne in Esslingen bei Stuttgart hat sich die Theaterrechte an dem Film von Helmut Dietl und mit Götz George aus den 90er Jahren gesichert. Uraufführung ist am Samstag. Dietl und Ulrich Limmer verfilmten den Skandal um die Tagebücher 1992 so grotesk wie genial unter dem Titel «Schtonk!».