Deutsche Tradition des Orgelbaus zum Kulturerbe erklärt

Ludwigsburg (dpa)  Die Hoffnung der Ludwigsburger Orgelbauer hat sich erfüllt - die deutsche Tradition des Orgelbaus ist am Donnerstag in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Orgelbau-Schüler arbeitet hinter einem Orgelmodell
Orgelbau-Schüler arbeitet hinter einem Orgelmodell. Foto: Sebastian Gollnow

Die Entscheidung wurde bei der Tagung des Unesco-Komitees auf der südkoreanischen Insel Jeju bekanntgegeben. Sie wurde von einem gewählten Gremium aus Vertretern von 24 Ländern getroffen. Deutschland ist darin derzeit nicht vertreten.

Die Oskar-Walcker-Schule in Ludwigsburg ist die einzige Berufsschule in Deutschland, die eine Ausbildung zum Orgel- und Harmoniumbauer anbietet. Werner Stannat, Abteilungsleiter Musikinstrumentenbau an der Ludwigsburg Schule verbindet mit der Anerkennung die Hoffnung, dass «der Orgelbau auf eine breitere Basis gestellt wird». Derzeit sei es schwierig, junge Menschen dafür zu begeistern. «Aber alle, die hier bei uns lernen, sind mit Leib und Seele dabei», sagte Stannat.

Der Beruf mit einer dreieinhalbjährigen Ausbildung sei einer der komplexesten überhaupt. Neben handwerklichem Geschick seien auch technische Kenntnisse und ein gutes musikalisches Empfinden nötig.

Susanne Eisenmann (CDU), Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Kultusministerin in Baden-Württemberg, betonte in Stuttgart: «Die vielen lokal- und regionalspezifischen Orgelbaustile in Deutschland machen einen wichtigen Teil dieses reichen Kulturerbes aus.»

In die «Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes» wurden sechs neue Elemente eingeschrieben, darunter die türkische Pfeifsprache und der traditionelle Poesievortrag Al Azu in den Vereinigten Arabischen Emiraten.