Heilbronner als Komparse beim "Tatort" dabei

TV  Im ARD-Fernsehkrimi aus Stuttgart, der sich heute Abend mit dem Deutschen Herbst im Jahr 1977 befasst, ist ein Heilbronner zu sehen - als Komparse.

Von Alexander Hettich

Mittendrin im RAF-"Tatort"
Eine Studentendemo als Szene aus der Tatort-Folge. Foto: ARD

Mord ist sein Hobby: Die "Tatort"-Reihe fesselt Andreas Bauer seit jeher. Jetzt sitzt der Heilbronner nicht mehr nur vor dem Fernseher, er steht vor der Kamera. Als Komparse hat der 57-Jährige aus Horkheim in der Folge "Der rote Schatten" mitgewirkt, die diesen Sonntag, 20.15 Uhr, im Ersten ausgestrahlt wird. Das nächste Ziel des "Tatort"-Fans ist eine kleine Sprechrolle in seiner Lieblingsserie.

Wenn am Sonntagabend der "Tatort" über den Bildschirm flimmert, schaut Andreas Bauer noch genauer hin als sonst. Ist die Szene dabei? Wurde sie womöglich weggelassen? "So genau weiß man das vorher nicht."

Für Nebenrolle im Internet beworben

Was der 57-Jährige genau weiß: "Bei einem solchen Dreh wird ein riesiger Aufwand betrieben." Der Heilbronner, der bei der Volksbank in Talheim arbeitet, hatte sich für eine kleine Nebenrolle beim SWR im Internet beworben, relativ spontan kam die Zusage. Ein kompletter Drehtag in Stuttgart. In einem ehemaligen Bürogebäude, erinnert er sich, hatten die Filmleute ein Polizepräsidium nachgebaut. Beamte mit Uniformen aus den 70er Jahren liefen über die Gänge. Bauers Part: "Ich war ein Mitarbeiter in Zivil, im Gespräch mit einem Uniformierten."

Im fertigen Film wird es ein Sekundenbruchteil sein, gedreht wurde mit Akribie. "Da wird jede Szene x-mal aufgenommen, bis sie im Kasten ist", erzählt der Heilbronner: "Das ist faszinierend, eine andere Welt." Und eine andere Zeit: Die neue Folge "Der rote Schatten" mit den Stuttgarter Kommissaren Lannert und Bootz verknüpft einen aktuellen Fall mit dem Deutschen Herbst, als RAF-Terroristen in Stuttgart-Stammheim inhaftiert waren.

Es geht um den mysteriösen Todesfall einer Frau, ihren Lebensgefährten, der vor 40 Jahren als V-Mann in RAF-Kreisen ermittelte, und die Frage: Was hatte er mit den Ereignissen im Terrorjahr und mit der sogenannten Todesnacht von Stammheim zu tun? Von der Handlung des fertigen Films bekam Komparse Andreas Bauer am Set nichts mit, auch für ihn wird der Krimi am Sonntag neu sein.

Komparsen bekommen eine Mini-Gage

Mittendrin im RAF-"Tatort"
Andreas Bauer (links) mit Schauspielern am Set. Foto: privat

Das Geld ist es nicht, das den Heilbronner in die Fernsehwelt eintauchen lässt. Komparsen bekommen eine "Mini-Gage", die er gleich spendet. Für den 57-Jährigen war es der zweite Gastauftritt in einem "Tatort". Auch bei den Ermittlern vom Bodensee hat er schon einmal mitgemischt. Die haben mittlerweile den Dienst quittiert.

Bauer will sich bei seinem Schauspieler-Hobby weiter auf die Folgen aus dem Südwesten konzentrieren. "Einmal im Jahr habe ich mir vorgenommen." Wenn es nach ihm geht, ruhig mit ein wenig Text. "Eine Sprechrolle wäre richtig schön." Gesprächsstoff liefert sein Auftritt allemal − spätestens am Montag im Freundes- und Kollegenkreis: "Die warten auch schon alle gespannt."