11.03.09 | Amoklauf von Winnenden


 
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Landtag fordert mehr Psychologen

Von Peter Reinhardt


Stuttgart - So viel Gemeinsamkeit ist selten in der Politik. Die vier Fraktionen des Landtags haben sich auf ein Bündel von Konsequenzen geeinigt, damit Amokläufe wie jener von Winnenden seltener werden. 250 neue Beratungslehrer und Präventionsspezialisten sowie 100 Schulpsychologen sollen eingestellt werden. Morgen, genau ein Jahr nach der Bluttat von Winnenden und Wendlingen mit 16 Toten, wird das Parlament die Vorschläge des eigens eingerichteten Sonderausschusses diskutieren. Jährlich 30 Millionen Euro kostet schon das gemeinsam geschnürte Paket. SPD und Grüne melden zusätzliche Forderungen an.

"Um Amokläufe unwahrscheinlicher werden zu lassen, bedarf es mehr als Türknäufe und eines der strengsten Waffengesetze der Welt", betont Christoph Palm. Der CDU-Landtagsabgeordnete hat den Sonderausschuss geleitet, den der Landtag nach dem Amoklauf eingesetzt hat. "Das Thema konnte nicht im üblichen parlamentarischen Betrieb erörtert werden", betont auch der Grünen-Abgeordnete Ulrich Sckerl. Nach einer solchen Tat erwarte die Bevölkerung Handlungsfähigkeit von der Politik.

Verbindliche Konzepte

Selbst Sckerl stuft die Verdopplung der bisher 100 Schulpsychologen als eine "angemessene Antwort" ein. Baden-Württemberg sei das einzige Bundesland in Deutschland, das den Schulen jetzt Konzepte zur Gewaltprävention verbindlich vorschreibe. Dafür werden 250 Beratungslehrkräfte und spezielle Präventionsberater gefordert. "Baden-Württemberg knüpft damit bundesweit mit das dichteste und professionellste Netz der schulpsychologischen Beratung", erklärt Palm.

Im Konsens aller vier Fraktionen empfiehlt der Ausschuss neue Sicherheitsmaßnahmen für die Schulen: Notwendig seien zwei klar definierte Alarmsysteme. Ein Signal soll dazu auffordern, Türen zu verriegeln und in den Zimmern zu bleiben. Ein zweites sei notwendig, wenn das Gebäude geräumt werden muss. Ob von innen verschließbare Türknäufe eingebaut werden, die pro Stück bis zu 500 Euro kosten, überlässt der Ausschuss den Städten und Gemeinden als Schulträger. Strittig blieb die Forderung von SPD und Grünen nach einem Verbot von großkalibrigen Waffen in Privatbesitz. Die SPD-Abgeordnete Karin Altpeter warb dafür mit dem Hinweis, dass Amokläufe mit solchen Waffen jeweils zu vielen Opfern geführt haben. Neben Winnenden gelte dies auch für Erfurt.

Die CDU-Abgeordnete Sabine Kurtz vertrat dagegen die Ansicht, das "Verbot einzelner Waffen wird zur Verhinderung von Amokläufen nicht reichen".

Amnestie

Als Erfolg verbuchte Palm die Amnestie für Waffenbesitzer. Über 50 000 Pistolen und Gewehre seien in Baden-Württemberg in den letzten zwölf Monaten abgegeben worden.

10.03.2010


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Amoklauf Winnenden | STIMME.tv






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