360-Grad-Video: Sommerspaß im Freibad

     

    Das also war die letzte Premiere im Stadttheater Heilbronn. Die Faust-Inszenierung von Alejandro Quintana erhielt viel Applaus, aber es gab auch kritische Beurteilungen. Nach der ersten Spielzeit unter Intendant Axel Vornam wird Bilanz gezogen. Fazit der Theaterbesucher, die nicht nur aus dem Heilbronner Land, sondern auch aus Hohenlohe, dem Kraichgau und dem Umland nach Heilbronn kommen: Die Lust an den Vorstellungen am Berliner Platz wurde größer. Bis auf wenige Ausnahmen wurde sehr gute Theaterkunst geboten, die Zuschauerzahlen sind gestiegen. Kein Grund zum Abheben sei dies, meinen einige. Schließlich gebe es künstlerisch noch Luft nach oben. Aber lieber gut starten, als gleich zu Beginn in Rückstand geraten. Erfreulich ist, wie Stadt und Theaterleitung im Kesseltreiben gegen Schauspieldirektor Quintana wegen dessen angeblicher Stasi-Verstrickungen Standfestigkeit bewiesen. Zuletzt attackierte ein Journalist sogar einen Verlag und fragte nach, wie man einer Aufführung in Heilbronn zustimmen könnte, wo dort doch ein ehemaliger Stasi-Informant in leitender Funktion arbeite? Wann verschwindet eigentlich beim Letzten die Mauer aus dem Kopf?

    Brauerei

    Das Verschwinden von der Landkarte der Brauereien musste über viele Monate Eppingen befürchten. Unter neuer Führung geht es bei Palmbräu - was wohl nur Superoptimisten erwartet hatten - wieder aufwärts. Die Zahlen stimmen, die Treue der Vertragspartner ist weitgehend stabil. Ein verzweifelter Wirt teilte uns vergangene Woche beim Mittagstisch in Eppingen sogar mit, ihm sei rätselhaft, was er bei einem Palmbräu-Exodus hätte ausschenken sollen. So viel Treue ist schon bemerkenswert.

    Volksfest

    Nicht ganz so treu war man beim Unterländer Volksfest. In den Insolvenzwirrungen um Palmbräu wurde der Bierlieferant gewechselt. Jetzt ist Haller Löwenbräu ab 31. Juli Partner beim größten Volksfest der Region. Der heiß umkämpfte Heilbronner Biermarkt macht es möglich, dass die Volksfest-Kandidaten Schlange stehen. Auf lange Schlangen an den Kassen hoffen die Schausteller mit ihren rund 100 Ständen und Fahrgeschäften - und auf gutes Wetter. Aber wer zuletzt die Resonanz bei den Festen anschaut, dem ist nicht bange: Trotz Krise ist der Wunsch nach Entspannung größer denn je.

    Fußball

    Groß ist der Andrang beim DFB-Pokalspiel in Heilbronn. Die Restkarten - auch in unserer Geschäftsstelle - gehen weg wie warme Semmeln. Es wird eine Rekordkulisse im Frankenstadion erwartet, wenn der VfB Stuttgart auf Großaspach trifft. Und das an einem Samstagnachmittag, wenn gleichzeitig das Volksfest läuft. Da ist eine logistische Meisterleistung nötig, um die anreisenden Besuchermassen in den Griff zu bekommen - das Kaufland hat beispielsweise sein Parkhaus zur Verfügung gestellt. Bleibt als einzige Unbekannte die Rasenqualität. Der Platz sei ein Teppich wie nie zuvor, ist zu hören. Da Heilbronn einen Ex-Fußballer als Sportbürgermeister hat, kann man davon ausgehen, dass Harry Mergel persönlich als Tester mit dem Ball über den Rasen dribbeln wird, bevor der Anpfiff erfolgt.

    Geheimnisse

    Einen Anpfiff für die Funktionäre gab es beim noblen Golfclub Heilbronn-Hohenlohe. Wenn es Differenzen wie in Friedrichsruhe gibt, dann schlägt das hohe Wellen. Nach der turbulenten letzten Vereinsversammlung wird bei der anstehenden Mitgliederversammlung der Presse vorsichtshalber der Zutritt verwehrt. Das lässt tief blicken - egal ob dies satzungsgemäß ist oder nicht. Rücktritt, Streit um höhere Beiträge, eine umstrittene Erweiterung des Golfplatzes in Friedrichsruhe und ein eventueller Neubau des Clubheimes sorgen für mächtig Zoff. Wer nur in Sachen Eigen-PR die Presse informieren möchte, sonst jedoch im stillen Kämmerlein vor sich hin kungelt, der muss sich über das Urteil der Öffentlichkeit nicht wundern. Es soll aber immerhin ein Retter in den Startlöchern stehen, der schon manch hoffnungslosen Fall gelöst hat.

    Badewetter

    Unlösbar sind wohl die Wetterkapriolen. Unsere Umfrage macht deutlich: Die Besucherzahlen in den Freibädern sind dramatisch zurückgegangen. Bei den Verlusten müsste man Freibäder eigentlich zusperren, sagt ein Bürgermeister, der nicht genannt werden möchte. Nutzen wir also jede Sonnenstunde - wie gestern in Gemmingen, als der Sommer immerhin für ein paar Stunden zu Gast war, ehe er wieder Reißaus nahm. Überhaupt ist das attraktive Bad im Kraichgau löbliche Ausnahme mit einem Plus von 5000 Badegästen. Andernorts ist ein Minus zwischen 20 und 40 Prozent an der Tagesordnung. Nicht alles lässt sich eben inszenieren - und gutes Wetter glücklicherweise schon gar nicht.

    15.07.2009


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