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Pechstein-Start am Sonntag unsicher
Von Frank Thomas, dpa
Die Affäre um Blutbehandlungen am Erfurter Olympiastützpunkt hat den Eisschnelllauf-Weltcup in Hamar überschattet. Die deutschen Athleten gaben eine Erklärung ab, mit der sie sich gegen Vorverurteilungen wehren. Claudia Pechsteins Start am Sonntag ist ungewiss.
Die «Causa Erfurt» hat den Eisschnelllauf-Weltcup in Hamar überschattet. Mit einer öffentlichen Erklärung wehrten sich Athleten der Deutschen Eisschnelllauf- Gemeinschaft DESG gegen eine «unerträgliche Vorverurteilung» im Fall des Erfurter Sportmediziners Andreas Franke, der das Blut von Athleten verschiedener Sportarten mit UV-Strahlen behandelt hat. «Die Athleten wehren sich damit gegen pauschale Doping-Anfechtungen. Natürlich lenkt das vom Sport ab. Es herrscht eine große Unruhe im Team», erklärte Cheftrainer Markus Eicher.
Claudia Pechstein klagte über eine Halswirbel- Blockierung, die auch ihren Start am Sonntag über 3000 Meter gefährdet. Zuvor hatte sie auf der ungeliebten 1500-Meter-Strecke auf Platz 18 enttäuscht. In mäßigen 2:01,13 Minuten musste die 39-jährige Berlinerin die schlechteste Platzierung seit ihrem Comeback nach zweijähriger Sperre wegen erhöhter Blutwerte in Kauf nehmen und fiel im Weltcup-Klassement auf den achten Rang zurück. «Angesichts ihres Gesundheitszustandes kam dieses Ergebnis für uns nicht überraschend. Das sollte man nicht so wichtig nehmen», räumte Eicher ein.
Bereits vor Tagen hatte Pechstein mitgeteilt, dass sie sich aufgrund eines Infekts in der vergangenen Woche nicht in Bestform befinde. Die deutsche Meisterin Monique Angermüller (Berlin) war nach zweiwöchigem Trainingsausfall aufgrund eines Nesselfiebers erst gar nicht nach Hamar gereist. «Die 1500 Meter sind unsere Schwachstelle. Das wurde uns hier noch einmal ganz klar vor Augen geführt», sagte Eicher ein.
Besser machten es die Herren, die gleich zu dritt in die Top 10 liefen. Bester von ihnen war der Inzeller Moritz Geisreiter, der über 5000 Meter in 6:32,71 Minuten auf Platz sieben kam. Alexej Baumgärtner (Chemnitz) und Patrick Beckert (Erfurt) liefen auf die Ränge neun und zehn.
Der Siege auf der Olympiabahn von 1994 gingen an die Niederländer. Olympiasiegerin Ireen Wüst setzte sich über 1500 Meter in 1:56,99 Minuten im direkten Duell gegen die Weltcup-Führende Christine Nesbitt aus Kanada (1:57,03) durch. Damit rangiert Nesbitt mit 360 Zählern jetzt nur noch mit 10 Punkten Vorsprung auf Wüst auf dem Spitzenplatz des Klassements.
Über 5000 Meter entschied Bob de Jong den Zweikampf gegen seinen Landsmann Sven Kramer knapp in 6:21,23 Minuten für sich und schloss im Gesamtklassement zu dem Olympiasieger auf. Dritter wurde in Jan Blokhuijsen gleichfalls ein Oranje-Profi.
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