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Lob für Olympia-Piste - Keppler angeschlagen
Von Florian Lütticke, dpa
Die Olympia-Abfahrt von Sotschi 2014 hat ihren ersten sportlichen Belastungstest bestanden. Die Skirennfahrer lobten nach dem Premierentraining im Weltcup bei einigen kritischen Stimmen größtenteils die schwierige Strecke.
«Es ist anspruchsvoll und sehr interessant», meinte Stephan Keppler, «es ist alles drin, oben schwere Kurven, die man gut fahren muss. Dann kommen richtig weite Sprünge, es ist auf jeden Fall olympiawürdig.»
Obwohl der Ebinger sich erneut das angeschlagene Knie verletzte, will er unbedingt am Samstag an den Start gehen. «Ich werde auf jeden Fall fahren, zur Not spritzen wir es halt. Das ist eine Abfahrt, die mir entgegenkommt, ich will ein paar Punkte holen», sagte der 29-Jährige nach dem Lauf. Stunden später zweifelte er: «Momentan sieht es nicht gut aus.» Auch die Teilnahme am Donnerstagtraining war offen.
Nicht nur Keppler kam schwer schnaufend nach dem Wildsprung ins Ziel. Die 3495 Meter lange Schussfahrt vor dem herrlichen Bergpanorama des Kaukasus verlangt den Athleten einiges ab. «Mir gefällt's gut. Es ist alles drin, was du von einer Abfahrt verlangst», sagte der Tagesschnellste Hannes Reichelt aus Österreich, der allerdings zwei Tore ausließ.
«Die Piste ist sehr schön, sehr schwierig», meinte auch der Schweizer Didier Cuche. Allerdings bemängelte nicht nur der Führende des Abfahrtsweltcups die große Diskrepanz zwischen den engen Kurven im oberen Teil und bis zu 60, 70 Meter weiten Sprüngen im Schlussabschnitt. «Es wäre ein epischer Super-G, aber keine Abfahrt», klagte der Amerikaner Bode Miller über den technischen Teil. «Von mir aus kann man auch noch zwei Kurven rausnehmen», meinte Streckendesigner Bernhard Russi dazu.
«Ich bin zufrieden und vor allem erleichtert. Es ist vorher immer eine gewisse Spannung drauf», sagte Pistenbauer Russi, der frühere Abfahrts-Olympiasieger aus der Schweiz. 2006 habe er erstmals mit «Karte, Kompass, Taschenlampe und einer Flasche Wasser» das «Gestrüpp» im nordkaukasischen Wald betreten und seitdem die Rennpisten konzipiert. Mit Erfolg, so zumindest der erste Eindruck. «Das Schlussdrittel ist extrem. Wenn da das Abfahrerherz nicht juchzt, dann ist er kein Abfahrer», meinte der 63-Jährige.
Kaum Klagen gab es von den Athleten für die Organisation bei den Rennen, nur die vom Weltverband FIS organisierte gemeinsame Anreise hatte man sich etwas entspannter vorgestellt. Die Charter-Flüge mit BH Air (Balkan Holidays) starteten am späten Dienstagabend mit mehreren Stunden Verspätung aus Zürich, die letzten Sitzreihen wurden umgeklappt und mit Skisachen beladen. «Es gab auch kein Essen oder Trinken an Bord», sagte der Ennepetaler Andreas Sander und berichtete zudem über eine lange Wartezeit bis zur endgültigen Ankunft im Hotel. Um halb zwei sei man im Bett gewesen, «frisch habe ich mich heute nicht gerade gefühlt».
Ungewohnt sind auch die strengen Sicherheitsvorkehrungen mit 5000 Wachleuten nahe der Konfliktregion Abchasien. Einen Rucksack dürfe man auf keinen Fall an einem Zaun abseits der Zielzone stehen lassen, erzählte Sander schmunzelnd. Aber selbst die Security nimmt es nicht immer ganz so genau. Beim Weg zum Start müssen auch die Sportler wie Keppler durch einen Metalldetektor. «Du hast noch Funkgeräte am Körper, es piept und piept, und das interessiert die gar nicht», sagte Kepppler.
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