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Abfahrer Kröll erlöst Österreich
Von Helen Scott-Smith und Florian Lütticke, dpa
Klaus Kröll hat im Hundertstelkrimi von Chamonix die Schweizer Schussfahrtdominanz beendet. Mit dem Minimal-Vorsprung von 0,01 Sekunden auf den Amerikaner Bode Miller jubelte der 31 Jahre alte Steirer über den ersten österreichischen Abfahrtssieg seit knapp elf Monaten.
Nach fünf Schweizer Erfolgen in dieser Saison kam Didier Cuche 4/100 zurück auf den dritten Platz. «Es ist ein brutal knappes Rennen, endlich ist das Glück wieder auf meiner Seite», sagte Kröll erleichtert über seine fast perfekte Fahrt im Zielabschnitt. Auch angesichts des Mini-Abstands von 8/100 der beiden viertplatzierten Romed Baumann (Österreich) und Erik Guay (Kanada) wollte der 95 Kilogramm schwere «Bulle von Öblarn» lange Zeit keine Glückwünsche zu seinem vierten Weltcupsieg annehmen. «Ich habe im Ziel brutal geschwitzt», meinte er nach dem ersten österreichischen Erfolg seit Michael Walchhofers Sieg im März 2011. «Oben war es nicht wirklich gut, aber das geht heute voll auf die Rechnung meines Servicemanns.»
Weniger am Material als an der frühen Startnummer eins scheiterte Stephan Keppler und kam bei frischer Piste nur auf Rang 51. «Es war beschissen. Ich habe brutal Schneepflug spielen dürfen», schimpfte der Achte von Kitzbühel und empfand die Bedingungen als «einfach lächerlich. Mit der Nummer hatte ich einfach keine Chance, es war hier richtig schlecht.» Weltcup-Punkte sammelte Tobias Stechert bei seiner Rückkehr nach zweiwöchiger Verletzungspause wegen einer Knieverletzung. Er erreichte als 23. sein zweitbestes Abfahrtsergebnis.
Während der Oberstdorfer in Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen aussetzen musste, hatte Cuche auf seiner Abschiedstour bei den Klassikern gesiegt. Auf dem Weg zur ersehnten Abfahrtskugel bei seinem Rücktritt zum Saisonende hat der 37 Jahre alte Routinier allerdings nur noch 40 Zähler Vorsprung auf Kröll. «Das schmerzt», sagte Cuche, «vier Hundertstel kosten mich heute 40 Punkte. Jetzt muss ich wirklich aufpassen und morgen wieder angreifen.» Am Samstag steht im Mont-Blanc-Massiv die zweite Abfahrt auf dem Programm, einen Tag später folgt eine Super-Kombination.
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