Olympia-Abschied für Gold-Jungs Schmitt Uhrmann

Von Eric Dobias, dpa

Acht Jahre nach dem Team-Triumph in Salt Lake City wollen die Gold-Jungs Martin Schmitt und Michael Uhrmann ihre Karriere beim letzten olympischen Hurra mit einer weiteren Medaille krönen.

Rückblick
Martin Schmitt (l) und Michael Uhrmann stehen 2002 mit dem Team ganz oben auf dem Podest. 

Die langjährigen Weggefährten nehmen in Whistler Abschied von der Olympia-Bühne, auf der sie einige Dramen, 2002 aber auch ihre Sternstunde erlebten. «Natürlich träume ich davon, eine Medaille zu gewinnen», sagte Schmitt vor seiner vierten Olympia-Teilnahme. Und Uhrmann meinte: «Es werden meine dritten und letzten Olympischen Spiele. Ich möchte noch einmal auf dem Podium jubeln.»

Schon 1998 in Nagano gewann Schmitt mit der Mannschaft Silber, ehe vier Jahre später der große Coup gelang. Im Einzel kam der viermalige Weltmeister von 1999 und 2001 dagegen nie richtig zum Zuge. Ein siebter Rang auf der Normalschanze in Salt Lake City war die beste Platzierung, die Schmitt auf der Zielgeraden seiner Karriere gerne toppen würde. «Ich fühle mich frisch, fit und will meine Chance nutzen», verkündete er.

Die Bilder vom Jubel nach dem Olympiasieg 2002, den Schmitt als Schlussspringer mit 0,1 Punkten vor Finnland perfekt machte, sind dem Routinier immer noch gegenwärtig. «Aus der Erinnerung daran kann man ein kleines bisschen Stärke ziehen. Und für das Teamgefühl ist gut, dass mit Michael ein zweiter Springer von damals noch dabei ist», sagte Schmitt.

Bei der WM im Vorjahr hatte er sensationell Silber gewonnen und war 24 Stunden später mit der Mannschaft abgestürzt. Ein ähnliches Malheur soll dieses Mal vermieden werden, denn die größten Erfolgsaussichten rechnen sich die deutschen Skispringer als Quartett aus. «Träumen allein hilft aber nicht. Viel wichtiger ist es zu wissen, dass man alles dafür getan hat, sich diesen Traum zu erfüllen. In meiner speziellen Vorbereitung habe ich alles für einen Erfolg in Whistler gegeben», erklärte Schmitt.

Wie Schmitt fiebert auch Uhrmann den Wettbewerben im Zeichen der fünf Ringe entgegen. «Ich freue mich wahnsinnig darauf, dieses besondere Wettkampfgefühl noch einmal erleben zu dürfen. Es wird ein riesengroßes Erlebnis. Mein Ziel ist es, diese Serie so zu beenden, wie ich sie in Salt Lake City begonnen habe: mit einer Medaille», sagte der 31-Jährige.

Die war ihm 2006 in Turin als Vierter auf der Normalschanze um die Winzigkeit von 0,5 Punkten verwehrt geblieben. «Ich hätte es damals verdient gehabt», meinte Uhrmann im Rückblick. Allerdings trauert er dem verpassten Edelmetall nicht nach, «denn 2002 war es ja noch enger. Und tauschen hätte ich nicht wollen. Da nehme ich lieber das Gold», sagte der Familienvater.

Weil ihm diesen Erfolg niemand mehr nehmen kann, geht Uhrmann die Herausforderung in Whistler ohne Druck an. «Ich will es genießen», meinte er. Die erfolgreiche Generalprobe beim Weltcup in Willingen hat ihn darin bestärkt, trotz seines fortgeschrittenen Alters noch nicht zum alten Eisen zu gehören. «Mir macht es unheimlich viel Freude zu sehen, dass ich mithalten und die Arrivierten ein wenig ärgern kann», sagte Uhrmann. Wenn am 13. Februar die Medaillen auf dem kleinen Bakken vergeben werden, will er dies wieder tun.

10.02.2010


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