Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Nach «Touristen-Einlage»: Springer greifen an
Martin Schmitt ließ sich von den Fahrkünsten der Freestyle-Asse begeistern, Pascal Bodmer genoss das olympische Flair im Athletendorf und Michael Uhrmann ging auf Shopping-Tour für seine Kinder. Drei Tage lang durften sich Deutschlands Skispringer wie Olympia-Touristen fühlen.
Nun wird mit der Qualifikation auf der Großschanze der Countdown für die Medaillen-Mission eingeläutet. Nach dem fünften Platz von Uhrmann auf dem kleinen Bakken soll spätestens im Mannschafts-Wettbewerb das erhoffte Edelmetall her. Zuvor wollen die DSV-Springer im Einzel ihre Außenseiterchance wahrnehmen. «Ich bin froh, dass es wieder losgeht. Wenn die Pause zu lang ist, gewöhnt man sich ans Nichtstun und wird träge», sagte Uhrmann. In den vergangenen Tagen hatte sich der Bayer intensiv um Mitbringsel für seine Töchter Leni und Emily gekümmert. «Ich habe eine ganze Menge gekauft. Ich will schließlich etwas mitbringen, und wenn's nur Souvenirs sind», sagte Uhrmann.
Mit dem doppeldeutigen Satz spielte der 31-Jährige auf die knapp verpasste Medaille im ersten Olympia-Wettbewerb an. Auf dem großen Bakken sind die Aussichten im Duell mit Olympiasieger Simon Ammann (Schweiz) und den bärenstarken Österreichern zwar noch geringer, die Hoffnung hat Uhrmann aber längst nicht aufgegeben. «Unmöglich ist nichts. Auf der kleinen Schanze hat auch keiner mit mir gerechnet. Schaun 'mer mal, was drin ist», sagte er.
Dieses Motto hat sich auch Schmitt zugelegt. «Ich bin nicht in der Position, dass ich zum Kreis der Medaillenanwärter gehöre. Ich schaue nur auf meine Sprünge und darauf, was ich besser machen kann, um die Lücke zur Spitze zu schließen», sagte er. Im ersten Training gelang dies mit der Bestweite von 145 Metern schon ganz gut.
Die Freizeit nach dem Wettbewerb auf der Normalschanze, den er als Zehnter abschloss, hat der Routinier intensiv genutzt. «Wir haben einen netten Ausflug nach Cypress Mountain zum Buckelpisten-Finale gemacht, waren bei der Abfahrt der Männer und einen Nachmittag in Whistler», berichtete Schmitt. Vor allem die Performance der Freestyler hat ihn beeindruckt. «Das war cool. Ein richtig schöner Wettkampf, gute Stimmung. Ich fahre selber gerne Buckelpiste, aber das ist ein anderes Kaliber. Da bekommt man ganz schön Respekt», meinte der Vize-Weltmeister des Vorjahres.
Während Schmitt ganz entspannt an seine nächste Aufgabe herangeht, ist sein Zimmerkollege Bodmer noch auf der Suche nach der nötigen Lockerheit. Nach seinem verpatzten Olympia-Debüt, das er wegen eines kaputten Reißverschlusses am Sprunganzug fast verpasst hätte und nach einer Express-Reparatur als 31. beendete, musste der 19-Jährige erst einmal den Kopf freibekommen. «Ich habe die Sachen drum herum genossen, mich im olympischen Dorf auch mal mit anderen Sportlern unterhalten. Es war sehr wichtig, Abstand zu gewinnen», sagte Bodmer.
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