Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Rekord-Olympionikin Björgen: «Hut ab vor Marit!»
Von Ulrike John, dpa
Chapeau! Die Langlauf-Welt verneigt sich vor Marit Björgen. Mit großem Abstand führte die 29-Jährige bei den Olympischen Spielen die norwegische Staffel als Schlussläuferin zu Gold und betrat zugleich den Olymp:
Mit ihrem dritten Triumph nach dem Sieg im Sprint und in der Doppel-Verfolgung ist die ruhige Athletin aus Trondheim, die auch noch Bronze über 10 Kilometer Freistil holte, schon jetzt die erfolgreichste Sportlerin bei den Winterspielen. «Hut ab vor Marit!», sagte auch der deutsche Bundestrainer Jochen Behle. «Es gönnt ihr jeder, weil sie den Langlauf vorangebracht hat.»
Björgen, die schon in ihrer Kindheit auf Langlauf-Skiern durch die Wälder eilte, lässt lieber Taten als Worte sprechen - und genießt deshalb höchste Anerkennung bei ihren Kolleginnen. Auf dem Gipfel stand der Star des nordischen Skisports schon einmal: Bei der Weltmeisterschaft 2005 in Oberstdorf räumte Björgen dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze ab. Am Ende der Saison gewann sie zudem die Weltcup-Wertung. Den ersten Einzel-Erfolg bei einem internationalen Rennen feierte sie übrigens 2002 in Düsseldorf.
Doch Björgen musste auch durch ein tiefes Tal, ehe sie mit leichtem Schritt die Ziellinie im Whistler Olympic Park überquerte. Als Topfavoritin war sie vor vier Jahren nach Turin gefahren. Sie kämpfte mit den Nachwirkungen einer Bronchitis und zeitweise auch mit Magenproblemen. Am Ende blieb ihr «nur» Silber über 10 Kilometer. Ihre Landsleute versöhnte Björgen kurz darauf mit einem Sieg beim legendären Wasalauf. Vor dieser Saison nahm die Norwegerin ein paar Kilo ab, legte aber an Oberarmkraft zu. Sie konzentrierte sich ganz auf Olympia und ließ sogar die Tour de Ski aus.
Ihr drittes Gold war für die Alleskönnerin eine besondere Genugtuung: Nach dem Olympiasieg 1984 in Sarajewo hatten die Norwegerinnen fünfmal in Folge den zweiten Platz in der Staffel belegt. Dieses Mal musste Björgen den Vorsprung nur noch verwalten. «Ich wusste, dass das mein Ding wird. Ich wusste es in der letzten Runde und das war eine Freude. Ich konnte die norwegische Fahne schnappen und laufen, das war sehr gut.» Am 27. Februar kann sie über 30 Kilometer ihre sagenhafte Bilanz sogar noch ausbauen. «Sie hat sich bei diesen Olympischen Spielen all die Medaillen im Paket abgeholt, die sie schon in der Vergangenheit verdient gehabt hätte. Sie wird die Königin der Winterspiele», sagte Behle.
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