Olympische Winterspiele 12. - 28.02.10
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Fünfte Medaille: Olympia-Königin Björgen happy
Von Eric Dobias und Gerald Fritsche, dpa
Nachdem ihr Justyna Kowalczyk das vierte Gold knapp vor der Nase weggeschnappt hatte, bewies «Olympia-Königin» Marit Björgen wahre Größe. Als hätte es die Verbal-Attacke der ersten polnischen Langlauf-Olympiasiegerin im Vorfeld nie gegeben, nahm die
mit fünf Medaillen erfolgreichste Teilnehmerin der Winterspiele in Vancouver ihre Konkurrentin in den Arm und gratulierte aufrichtig. «Sie war heute einfach einen Tick stärker», sagte Björgen.
In einem dramatischen Finish über 30 Kilometer musste die Norwegerin ihrer Rivalin, von der sie vor dem Rennen scharf angegriffen worden war, den Triumph überlassen. Die Siegerin entschuldigte sich danach in aller Form für ihre Kritik, Björgen sei bei Olympia nur wegen der genehmigten Anwendung eines Asthma-Mittels so schnell in der Loipe unterwegs gewesen. «Es tut mir leid. Es sollte keine Attacke gegen Marit sein. Ich wollte eine Diskussion um die Probleme im Langlauf anschieben, aber es war der falsche Zeitpunkt», bekannte Kowalczyk reumütig.
Vor dem Rennen hatte Kowalczyk, die Björgen im Sprint und der Doppelverfolgung den Vortritt lassen musste, noch getönt: «Ohne ihre Medikamente hätte sie nichts gewonnen. Marit weiß genau, dass sie ohne ihre Hilfsmittel nicht viel zu bieten hätte. Sie hätte weder mit mir noch mit anderen mithalten können.»
Björgen erwies sich als wahre Championesse und verzichtete auf einen verbalen Gegenschlag. «Als ich davon erfahren habe, war ich enttäuscht. Für mich ist die Sache aber erledigt, ich schaue nach vorne», erklärte die 29-Jährige. Die Wettbewerbe in Whistler wird sie dennoch ewig in Erinnerung behalten. «Olympia war großartig. Ich bin total happy», sagte Björgen.
Dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze heimste die Norwegerin im Callaghan Valley ein. So viel Edelmetall konnten zuvor erst acht Athleten von einer Olympia-Veranstaltung mit nach Hause nehmen. Den Rekord hält immer noch Amerikas Eisschnelllauf-Star Eric Heiden mit seinen fünf Olympiasiegen 1980 in Lake Placid. «Es wird eine Weile dauern, bis ich realisieren werde, was hier passiert ist. Vielleicht begreife ich es, wenn ich zu Hause bin», meinte Björgen.
Bundestrainer Jochen Behle verneigte sich symbolisch vor der großartigen Leistung der viermaligen Weltmeisterin. «Das ist schon phänomenal. Fünf Wettkämpfe in dieser Qualität musst du erst mal abliefern. Was sie geleistet hat, ist topp», lobte Behle. Kein Verständnis zeigte er für die Kritik von Kowalczyk. «Es ist Quatsch zu behaupten, dass jemand wegen der Asthma-Mittel plötzlich so schnell laufen kann. Das ist weit hergeholt und auch nicht gerade clever von ihr, weil sie damit auf ihre eigene Vergangenheit aufmerksam macht», sagte der Bundestrainer mit Blick auf die zwölfmonatige Dopingsperre der Polin im Jahr 2005.
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