Ski alpin: Nebel stoppt die Aufholjagd - Riesenslalom vertagt

Der Nebel hat die geplante Aufholjagd von Maria Riesch, Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg im olympischen Riesenslalom erst einmal gestoppt.

Aussichtsreich
Viktoria Rebensburg nach dem ersten Durchgang im Riesenslalom. 

Nach mehreren Verschiebungen wegen schlechter Sicht entschied sich die Jury den entscheidenden zweiten Durchgang der Skirennfahrerinnen auf den rennfreien Donnerstag zu verlegen. «Das ist kein Problem. Für uns gibt es sowieso nur noch volle Attacke - und schauen ob eine vorne durchkommt», sagte der deutsche Damen-Cheftrainer Mathias Berthold. Alpin-Chef Wolfgang Maier sah die Verlegung als sinnvoll an. «Unter den Bedingungen wäre es sicher kein faires Rennen gewesen», meinte Maier.

Schon im ersten Lauf, in dem das deutsche Trio nicht in die Top 3 fuhr, war das Wetter schlecht. Der Rückstand der drei deutschen Starterinnen ist nicht allzu groß: Alle drei schliefen am Abend im Quartier Chalet Luise mit der Gewissheit ein, dass sie noch Medaillenchancen haben. Als Führende ging die Österreicherin Elisabeth Görgl zu Bett. «Wichtig ist, dass jede die gleiche Möglichkeit hat, ein faires Rennen zu fahren», sagte Renndirektor Atle Skaardal im ZDF. Ein Novum ist eine solche Verschiebung nicht: 1980 bei den Winterspielen in Lake Placid wurde ebenfalls ein Riesenslalom an zwei aufeinanderfolgenden Tagen entschieden. Ingemar Stenmark (Schweden) siegte damals.

Dicht hingen die Nebelschwaden über «Franz's Run» und verzogen sich auch nicht mehr. Um 23.52 Uhr (MEZ) hatte das Warten für die Fahrerinnen ein Ende. Durch die Verlegung wird die nervliche Belastung für die Sportlerinnen sicher um Einiges größer.

Schon im ersten Durchgang war die Sicht schlecht. Bei Nebel und Neuschnee waren Hölzl und Rebensburg mit den ersten beiden Startnummern in den Lauf gegangen, der vom deutschen Technik-Trainer Christian Schwaiger gesteckt worden war. Beide kamen nicht fehlerfrei durch, zudem wurde die Piste bei den höheren Startnummern schneller. «Ich bin einfach nicht auf Speed gekommen, bin von Tor zu Tor langsamer geworden. Es hat so gebremst und gesaugt», sagte Hölzl über die Schneebedingungen. Bei ihrem WM-Sieg hatte sie einen ähnlichen Rückstand und fuhr noch ganz nach vorn. Das will sie auch nach einer erholsamen Nacht in Whistler wieder tun.

Riesch konnte mit dem Zwischenrang «ganz gut leben» und auch Alpin-Direktor Maier sprach von einer «nicht so schlechten Ausgangsposition» im Kampf um die anvisierte Medaille. Auch Rebensburg sieht sich noch im Rennen. «Ich bin so lala zufrieden, aber es ist alles brutal eng zusammen und schon noch Einiges drin», sagte die 20-Jährige. Die Amerikanerin Lindsey Vonn brach sich den kleinen Finger der rechten Hand bei einem Sturz. Über einen Start im Slalom hat sie noch nicht entschieden.

25.02.2010


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